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| Enzyklopädia Coniurationis | | al-Sarkawi, Abu Musab |
Abu Musab al-Sarkawi (alternative Schreibweisen: al-Zarkawi, al-Zargawi, Abu Mussab Al Sarkaui) gilt als einer der Drahtzieher des Terrors im Irak und als Führer der Al-Qaida im nahen Osten. Doch wer ist dieser Mann der von westlichen Geheimdiensten als der "Vollstrecker bin Ladens im Irak" bezeichnet wird? Sarkawis Biographie ist eine verworrene und dunkle Geschichte und gesicherte Informationen über ihn zu bekommen ist sehr schwer. Gesichert ist, dass Sarkawi als Ahmed Fadil Nasal al-Khaleileh am 30.10.1966 in der jordanischen Stadt Zarqa als Kind mit transjordanischer Herkunft geboren wurde. Er hat neun Geschwister (sieben Schwestern und zwei Brüder), sein Vater war ein traditioneller Heiler. Sarkawi wuchs in Armut auf und verlies mit 17 Jahren die Schule und begann zu trinken. Während dieser Zeit soll er in einem Kino namens "Hamra" gearbeitet haben und kurzzeitig wegen sexueller Belästigung im Gefängnis gesessen haben. Danach wandte er sich, bekräftigt durch eine seiner Schwestern die Theologie studierte, der Religion zu. 1989 soll sich Sarkawi kurzzeitig in Afghanistan aufgehalten und gegen die sowjetischen Besatzer gekämpft haben. Anfang der 90er Jahre kehrte Sarkawi zusammen mit seinem Mentor al-Makdisi nach Jordanien zurück und schloss sich der islamistischen Gruppe "Bai'at al-Imam" ("Treue den Predigern") an. Laut Angaben von nahe stehenden Verwandten verbrachte Sarkawi zu dieser Zeit viele Stunden des Tages mit dem Studium des Korans. 1993 wurde Sarkawi verhaftet und zu 15 Jahren Haft verurteilt, da er angeblich die Monarchie in Jordanien auflösen und einen islamischen Gottesstaat errichten wollte. Im Gefängnis entwickelte sich Sarkawi zu einer Führungspersönlichkeit und einem gefürchteten Anführer unter den Insassen, was durchaus auch damit zusammenhing, dass seine Familie Mitglied der "Bani Hassan" ist, welche hohe Posten in Regierung und Militär bekleidete. Dadurch kam Sarkawi zu einer gewissen Sonderbehandlung. Zu diesem Zeitpunkt verstärkten sich Sarkawis radikal religiöse Ansichten, die er bereits in Afghanistan entwickelte, und er löste sich von al-Makdisi. Nach seiner Freilassung im Frühjahr 1999 reiste er nach Peschawar in Pakistan, da er die Amnestie die zu seiner Freilassung führte nur unter der Bedienung behielt, dass er Jordanien nie wieder betrete. Sarkawi nahm seine leukämiekranke Mutter mit nach Jordanien, wo diese Anfang 2000 oder 2003 starb (hier widersprechen sich die Aussagen diverser Medien). Ihr letzter Wunsch soll es angeblich gewesen sein, dass ihr Sohn im Kampf stirbt. Im Juni 2000 reiste Sarkawi alleine nach Afghanistan und traf sich dort mit Osama bin Laden. Zu diesem Zeitpunkt war er aber noch nicht bereit sich diesem anzuschließen, sondern gründete ein eigenes Lager in Herat, wo er angeblich mit Giftgas experimentierte. Damals nahm er auch seinen neuen Namen an, der heute für den Terror im Irak steht: Abu Mus'ab al-Zarqawi. Begünstigt durch die Unterstützung der Taliban baute Sarkawi auch ein Netzwerk namens "at-Tauhid" auf das zahlreiche Millenniumsanschläge auf jüdische und amerikanische Einrichtungen in Jordanien vorbereitete und angeblich auch Anschläge in Deutschland plante. 2001 wurde er in Jordanien trotz Abwesenheit wegen diverser Terroranschläge zum Tode verurteilt. 2002 löste Sarkawi, angesichts der bevorstehenden Eroberung Afghanistans, sein Lager in Herat auf und zog sich nach Kandahar, ins Kernland der Taliban, zurück. Nach der endgültigen Eroberung Afghanistans ging er zunächst nach Pakistan und dann in den Iran, welchen er auf Druck der amerikanischen Regierung aber verlassen musste. Er reiste in den kurdischen, und von Saddam Hussein relativ autonomen, Nordirak und gründete neue Ausbildungslager. Nach dem Einmarsch der amerikanischen Streitkräfte in den Irak wurde Sarkawi zum Statthalter der al-Qaida im Irak und wird für zahlreiche Terroranschläge (u.a. in Kerbela, Basra und Bagdad) und Ermordungen (u.a. der Italiener Fabrizio Quattrocchi als erste westliche Geisel im Irak und der US-Amerikaners Nicholas Berg und Eugene Armstrong die vor laufender Kamera geköpft wurden) im Irak verantwortlich gemacht. Auffallend war, dass Sarkawis Gruppen keine Anschläge auf amerikanische Soldaten während der Kampfhandlungen im Irak vollführten. Vielmehr verhielt er sich ruhig und schien darauf zu warten, dass die Amerikaner für den Sturz Saddam Husseins sorgten. Eine endgültige Hinwendung zur al-Qaida fand im Oktober 2004 statt, als sich die Gruppe um Sarkawi auf einer Internetseite zur al-Qaida zugehörig fühle und sie den Befehlen Osama bin Ladens Folge leisten wolle. Zu diesem Zeitpunkt benannte sich die Gruppe auch um: Nannte sie sich zuvor "at-Tauhid wa al-Dschihad" ("Monotheismus und Dschihad"), lautete der neue Name nun "Qaidat al-Dschihad fi Bilad ar-Rafidain" ("Basis des Dschihad im Zweistromland"). Im November 2005 machte al-Sarkawi durch einen Anschlag im irakischen Nachbarland Jordanien wieder auf sich aufmerksam. Es schien so, als wollte er die instabile Lage im Irak nutzen um einen Flächenbrand auch auf die benachbarten Länder auszuweiten. Allerdings schnitt sich al-Sarkawi mit diesem Anschlag eher ins eigene Fleisch. Gab es vor den Anschlägen zahlreiche Strömungen in Jordanien, die die Aktionen und (angeblichen) Motive der Al-Qaida guthießen, kam es nach den Anschlägen - durch die zahlreiche Jordanier ums Leben kamen - zu Protestkundgebungen gegen al-Sarkawi. Auch danach koordinierte al-Sarkawi weiterhin Anschläge im Irak und es gelang ihm immer wieder seinen Häschern - den US-Truppen und der irakischen Polizei - zu entkommen. Besonders erwähnenswert sei hier, dass irakische Sicherheitskräfte al-Sarkawi bereits festgenommen hatten, ihn aber wieder gehen ließen, da sie ihn nicht erkannt hatten. Auch gab es immer wieder Audio- und Videobotschaften von al-Sarkawi, in denen er zum Widerstand im Irak aufriefen. Die letzte dieser Botschaften stammte vom 03. Juni 2006. Dort rief er die Sunniten im Irak zum wiederholten Male zum Kampf gegen die schiitische Mehrheit auf. Die Sunniten sollten die Appelle zur nationalen Einheit ignorieren und sich für die Konfrontation mit den "schiitischen Schlangen" rüsten. Abu Musab al-Sarkawi wurde am in den Abendstunden des 07. Juni 2006 durch einen US-Luftangriff auf eines seiner Häuser im Nordöstlich von Bagdad gelegenen Bakuba, einer Hochburg der Aufständischen und Terroristen im Irak, getötet. Die Auswirkungen seines Todes auf die Al-Qaida, den Irak und die USA bleiben abzuwarten.
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