Bei der Al-Qaida (alternative Schreibweisen: Al-Qaeda, Al Kaida, El Kaida; Übersetzung: "Basis", "Fundament") handelt es sich um ein transnationales Netzwerk islamistischer Terrororganisationen, der zahlreiche Anschläge (z.B. in Kenia, Djerba, New York und London) zugerechnet werden. Geschichte: Der Name der Al-Qaida geht ursprünglich auf ein Verzeichnis von muslimischen Kämpfern zurück, das Osama bin Laden 1988, nach dem Krieg der Mudschaheddin gegen die Sowjetunion in Afghanistan anlegte. Diese Mudschaheddin rekrutierten sich seit 1984 aus rund 20.000 Muslimen aus aller Welt, die in Ausbildungslagern am Hindukusch im Umgang mit Waffen und für den Kampf gegen die Besatzung Afghanistans ausgebildet wurden. Insbesondere die Organisation Maktab al-Khadamat (MAK, "Dienstleistungsbüro"), die vor allem Finanz- und Rekrutierungszwecken diente, und deren Gründung teilweise ebenfalls Osama bin Laden zugeschrieben wird, gilt als Vorläufer von Al-Qaida. Aus diesem Grund wird auch angenommen, dass die eigentlichen Grundsteine der Al-Qaida gegen 1988 ins Leben gerufen wurden. Osama bin Laden, der sich zur damaligen Zeit auch in Afghanistan aufhielt, und seiner Organisation wurde in Afghanistan Unterschlupf gewährt, da die Al-Qaida (respektive ihre Vorgängerorganisationen) auf Seiten der afghanischen Freiheitskämpfer gegen die sowjetische Armee kämpfte. Zu dieser Zeit "kämpften" die USA, die den afghanischen Freiheitskampf mit Waffen und finanziellen Mitteln unterstützten, und die Al-Qaida auf der gleichen Seite, um die sowjetischen Besatzer aus Afghanistan zu vertreiben. Nach dem Ende des kalten Krieges und dem Rückzug der Sowjettruppen kehrte bin Laden nach Saudi-Arabien zurück, wurde dort aber unter anderem deshalb ausgewiesen, da er seine Landsleute gegen die US-amerikanischen Soldaten in Saudi-Arabien mobilisieren wollte. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch endgültig klar, dass die radikalen Islamisten einen neuen Feind propagierten: Die Al-Qaida hatte sich gegen die USA gewandt und erklärte diese zum Feind der islamischen Welt. Osama bin Laden verbrachte nach seiner Ausweisung fünf Jahre im Sudan, wo er die Strukturen seiner Organisation weiter ausbaute und weitere Trainingsoperationen in Afghanistan veranlasste. 1996 kehrte bin Laden schließlich nach Afghanistan zurück, wo er sowohl die Taliban unterstützte, als auch Terroranschläge auf der ganzen Welt plante. Nach den Anschlägen des 11. September und dem darauf folgenden Afghanistan-Krieg ist der weitere Weg bin Ladens ziemlich unklar. Allgemein wird aber davon ausgegangen, dass er noch am Leben ist. Die Struktur der Al-Qaida als Organisation an sich, hat sich nach dem Krieg ebenfalls gewandelt. Es wird mittlerweile davon ausgegangen, dass sich die Al-Qaida bereits in der dritten Generation befindet, die sich strukturell von der vorherigen Organisation der Al-Qaida unterscheidet, was eine genaue geschichtliche Darstellung auch sehr schwierig macht. Struktur: Es wird im Allgemeinen angenommen, dass es sich bei der Al-Qaida nicht um eine fest umrissene Organisation, sondern eher um ein transnationales Geflecht verschiedener radikal-islamischer Terrororganisationen handelt. Diese sind durch eine dezentrale Netzwerkstruktur miteinander verbunden und koordinieren ihren Informationsfluss untereinander hauptsächlich durch persönliche Kontakte zwischen einzelnen Personen der verschiedenen Zellen. Es bleibt allerdings zu erwähnen, dass diese Art der Struktur wohl erst mit der zweiten Generation der Al-Qaida entstand. Denn es wird angenommen, dass es in Afghanistan eine Infrastruktur innerhalb der Al-Qaida gab, in der Mitglieder organisiert und systematisiert für Terrorangriffe ausgebildet wurden. Nach dem Afghanistan-Krieg und der Zerschlagung der Taliban entstand die Struktur der Al-Qaida, die heute als typisch für transnationale Terrororganisationen gilt und oft mit einer Franchisingstruktur (wie sie bei vielen Fast-Food-Ketten praktiziert wird) verglichen wird, da jeder Franchisenehmer werden kann, der die Ideologie der Al-Qaida vertritt und ein erfolgreiches Attentat durchgeführt hat. Diese "Franchisenehmer" sind in vielen Ländern verteilt (unter Verdacht stehen unter anderem Pakistan und Syrien), was die Bekämpfung durch eine reguläre Armee beinahe unmöglich macht. Als selbsternannter Wortführer und ideologischer Anführer der verschiedenen Gruppen gilt noch immer der Saudi Osama bin Laden, wobei es sich bei ihm wohl nicht um einen Anführer an sich handelt, da sich die einzelnen Gruppen hauptsächlich selber verwalten und die Kontakte zu dem Führungspersönlichkeiten der Al-Qaida eher marginal sind. Finanzierung: Die Al-Qaida finanziert sich sowohl legal, als auch illegal. So erhält die Al-Qaida Spenden (zum großen Teil von arabischen Millionären, aber wohl auch durch Staaten wie den Sudan und Iran), finanziert sich durch das Vermögen des Gründers und Multimillionärs Osama bin Laden und erhält Gelder aus legalen Geschäften. Aber auch durch illegale Quellen, wie dem Waffenhandel sowie dem Drogenhandel und -schmuggel, erhält die Al-Qaida ihr Geld. Das Vermögen der Al-Qaida wird auf rund 5 Milliarden Dollar geschätzt. Um die Organisation finanziell trockenzulegen, versuchen zahlreiche Staaten (u.a. die USA und die Staaten der EU) die Konten der Al-Qaida einzufrieren. Ein Unterfangen das bisher nicht die erwünschten Resultate erzielte. Strategische Ziele: Sturz verräterischer Regime und Errichtung einer vermeintlich authentische islamische Ordnung in einem Gottesstaat der "Rechtgläubigen" Zerstörung Israels Angriff auf die Schutzmacht USA, und über kurz oder lang auf den Westen und seine offenen Gesellschaften generell
Führende Mitglieder: Osama Bin Laden (Gründer und ideologischer Führer)
Chalid Schaich Muhammad,
Abu Faradsch al-Libi,
Yasir al-Dschaziri und
Aiman az-Zawahiri.
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