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Ejército Popular de Liberación (EPL)
Hintergrund: 1967 spaltete sich von der Kommunistischen Partei Kolumbiens (CCP) die sog. CCP-ML ab (Marxistisch-Leninistische Kommunistische Partei Kolumbiens), weil sie dem pro-sowjetischen Kurs der CCP nicht zustimmte. Die pro-chinesischen Gründer der CPP-ML schufen im selben Jahr auch die EPL (Volks-Befreiungsarmee) als ihren bewaffneten Flügel.
Die EPL hatte das Ziel, die Regierung zu stürzen und einen kommunistishen Staat zu errichten. Sie vertrat eine maoistische Ideologie und hatte vor, die Revolution in ländlichen Gegenden zu beginnen und später auf die Städte auszuweiten. Allerdings waren ihre Versuche, auf dem Land ihre Ideologie zu verbreiten, um sich eine Basis zu schaffen erfolglos. Die EPL erreichte nie die Größe anderer Organisatinen, wie die FARC oder die ELN.
Ihre ersten Operationen (Sabotage und bisweilen terriristische Akte) fanden Ende der 60er Jahre im Gebiet Córdoba an der karibischen Küste statt.
Interne Meinungsverschiedenheiten und der Tod einiger ihrer Schlüsselfiguren schwächten im Verlauf der 70er Jahre das operative Potenzial der Organisation.
Die Unstimmigkeiten innerhalb der EPL führten 1979 zur Abtrennung der Splittergruppe "Pedro Léon Arbodela Bewegung" (benannt nach einem 1975 ermordeten EPL-Führer), die seitdem unabhängig von der EPL operiert.
1980 versuchte die EPL vergeblich, ihre Basis zu erweitern, indem sie die strenge maoistische Ideologie aufgab.
Anfang der 80er Jahre war die EPL eine der wichtigsten Gruppierungen, die auf ein Waffenstillstandsabkommen mit der kolumbianischen Regierung drängten, der schließlich 1984 zusammen mit anderen Guerilla-Organisationen unterzeichnet wurde.
Die folgenden Versuche der EPL, auf politischem Parkett Fuß zu fassen, wurden von rechtsgerichteten paramilitärischen Gruppierungen (z.B. der ACCU) behindert, welche die politischen Repräsentanten der EPL angriffen und 1985 auch den EPL-Führer Ernesto Rojas ermordeten, was den Bruch des Waffenstillstands zur Folge hatte.
1987 besaß die EPL eine Stärke von etwa 350 Guerillas, die vor allem in ländlichen Gegenden von Antioquia, Córdoba, und Risaralda operierten. Sie unterhielt allerdings auch einige Netzwerke in größeren Städten.
1991, nachdem die EPL mit der César Gaviria-Regierung Friedensgespräche wieder aufgenommen hatte, debomilisierten sich etwa 2000 bewaffnete und unbewaffnete Mitglieder. Eine Splittergruppe allerdings weigerte sich den Waffenstillstand zu akzeptieren und operierte weiter unter dem Namen "Ejército Popular de Liberación - Línea Disidente". Auch nach der 1994 erfolgten Gefangennahme ihres Mitbegründers und wichtigsten Führers, Francisco Caraballo, setzte diese Splittergruppe ihre Aktivität fort.
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