| Enzyklopädia Coniurationis | | Orden |
[lateinisch, ordo, "Regel, Ordnung, Stand"]
zunächst eine religiöse oder weltliche Gemeinschaft, die nach bestimmten Regeln lebt. Die Bezeichnung Orden wurde auf die Abzeichen solcher Gemeinschaften und später auf besondere Formen von Ehrenabzeichen übertragen.
Geistliche Orden
Vereinigungen, deren Mitglieder sich auf eine bestimmte Lebensordnung verpflichtet haben und diese außerhalb der Familie, Gemeinde u. Ä. zu verwirklichen suchen, sind in fast allen Religionen anzutreffen, z. B. auch im Hinduismus, Buddhismus und Lamaismus.
Die katholischen Orden sind Gemeinschaften von Männern oder Frauen, die in eigenen Häusern (Kloster) nach vorgeschriebenen Ordensregeln leben (auf den drei "Evangelischen Räten" der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams aufgebaut). - Die Entwicklung begann in einer zunächst wohl kaum geregelten Askese, die durch die ersten Einsiedler geübt wurde. Erst seit den Klostergründungen, die Benedikt von Nursia vornahm, erlangten diese religiösen Gemeinschaften im Abendland größere Bedeutung. Bei den ersten Klostergemeinschaften im Abendland handelte es sich um Gemeinschaften von Mönchen (Mönchsorden) und Regularkanonikern. Im Zeitalter der Kreuzzüge bildeten sich die geistlichen Ritterorden; etwa im 13. Jahrhundert entstanden die Bettelorden und im Anschluss daran die Kongregationen und die Gemeinschaften der Regularkleriker. In der Entwicklungsgeschichte der Orden sind Sodalitäten und Säkularinstitute die jüngsten Formen eines religiösen Gemeinschaftslebens. - An der Spitze der meisten katholischen Orden steht ein Ordensgeneral in Rom; die einzelnen Ordensprovinzen werden von einem Provinzial, die Klöster von einem Abt geleitet. Die beschaulichen Orden widmen sich der Betrachtung und dem Gebet, die tätigen Orden der Seelsorge, der Mission, der Krankenpflege, der Erziehung und Wissenschaft.
In der evangelischen Kirche hat seit dem 2. Weltkrieg der Gedanke einer freiweilligen Lebens-, Glaubens- und Dienstgemeinschaft zur Gründung mehrerer Kommunitäten (ordensähnliche Gemeinschaften) geführt. Von ihnen ist die 1949 gegründete Communauté de Taizé (Frankreich) weltweit bekannt geworden.
Weltliche Orden
Seit dem späten Mittelalter schufen die Monarchen nach dem Vorbild der Ritterorden Ordensgemeinschaften, deren Angehörige durch Verdienst und Herkunft ausgezeichnet waren, und stellten sie in ihren Dienst (englischer Hosenbandorden 1350; burgundischer Orden vom Goldenen Vlies; französischer Heiliger Geistorden 1578). Später hörten sie auf, wirkliche Standesvereinigungen zu sein; die Ernennung zum Mitglied eines Ordens wurde ein Mittel zur Auszeichnung für besondere Verdienste. Schließlich ging die Bezeichnung Orden von der Gemeinschaft auf die Ordensembleme (Kreuz, Stern, Medaillen) über und wurde im Sinn der modernen Auszeichnungen, der (Verdienst-)Orden und Ehrenzeichen, verwendet. - Seit dem Beginn der Neuzeit wurde die Bezeichnung Orden für Gemeinschaften mit verschiedenen Zwecken verwendet, u. a. die Sprachgesellschaften im 17. Jahrhundert, die weltanschaulichen Orden (z. T. Geheimorden) der Rosenkreuzer, Freimaurer und Illuminaten. Im 19. und 20. Jahrhundert spielte der Ordensgedanke und -name bei verschiedenen politischen Gruppen wieder eine Rolle (z. B. Jungdeutscher Orden).
Orden als Auszeichnungen
Verdienstorden werden von den meisten Staaten verliehen; Ausnahmen sind z. B. Israel und die Schweiz. Es gibt Orden, die grundsätzlich nur aus einer Klasse bestehen. Meist werden jedoch folgende Einteilungen gebraucht: 1. Klasse (Großes Band mit Kleinod und Bruststern), 2. Klasse (Halsband und Stern), 3. Klasse (Halsband), 4. Klasse (schmales Band) und 5. Klasse. Dem entsprechen die Bezeichnung Großkreuz, Großkomtur (Großoffizier), Komtur (Kommandeur), Offizier und Ritter. Die einzelnen Stufen unterscheiden sich durch das Metall (Gold oder Silber) oder die Größe der Orden. Das Großkreuz wird am großen Ordensband, der Stern zum Großkreuz und der 1. Klasse auf der Brust angesteckt, die 1. und 2. Klasse am Band um den Hals, die 3. und 4. Klasse am Band auf der Brust getragen. Erhöht werden kann eine Auszeichnung durch Verleihung von Brillanten und Kette (zum Großkreuz) sowie von Eichenlaub, ferner Krone oder Schleife in den Farben des Ordensbandes am Ring. Aus Anlässen minderer Bedeutung werden statt Orden auch Ehrenzeichen verliehen. Mehrere Orden 3. und 4. Klasse sowie Ehrenzeichen trägt man nebeneinander an einer Ordensschnalle; Verdienstorden.
| | Verwandte Artikel | Benito Mussolini - Führer und Symbol des italienischen Faschismus. Eine biografische Abhandlung in mehreren Teilen Die bayrischen Illuminaten Die bayrischen Illuminaten: Protokolle des Frankfurter Zirkels
Die Erfindung des Mönchsrittertums Die Illuminaten Propaganda Due - Die Geheimloge P2 Rätsel um den Genter Altar Skull & Bones - The Brotherhood of Death
| | Verwandte Themen im Lexikon | Treffer in der WarHistory | Treffer im Terror Archiv | - Alumbrados - B nai B rith - Bennet, Allan - Crowley, Aleister - Germanenorden - Guerients - Hegel, Georg Wilhelm Friedrich - Helsing, Jan van - Illuminaten - Prieure de Sion - Rosenkreuzer - Strikte Observanz - Taft, Alphonso - Templer - Weishaupt, Adam
|
keine
| keine
| Alle Logos und Warenzeichen sind eingetragene Marken der jeweiligen Inhaber.
Alle auf dieser Seite angebotenen Informationen unterliegen dem jeweiligen Urheberrecht. Eine Übernahme, Vervielfältigung und Speicherung ist nur mit Genehmigung und eindeutiger Quellenangabe erlaubt. Für Schäden aufgrund fehlerhafter Informationen wird keine Haftung übernommen.
© Redaktion"at"Ask1.org |
|