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auch: "Mentizid" / "seelischer Selbstmord" / "Gehirnwäsche"
Allgemein ein Vorgang gewaltsamer Umerziehung oder Indoktrination, wobei grundsätzlich zwei Hauptmaßnahmen unterschieden werden können: Das Auslöschen der bisherigen Meinung und Haltung des Betroffenen und das Einpflanzen von neuen Überzeugungen. Als Grundlage der "neuzeitlichen" Gehirnwäsche wird oft Pawlow benannt, der im Rahmen seiner Arbeiten zur Konditionierung - vor allem in der Zeit 1922-1923 - durch Spezifikationen und Übersteigerungen der alten Experimente Hunde auf verschiedenste Art und Weise zu neurotischen Störungen und Zusammenbrüchen brachte.
Auch Sigmund Freud hat bei der Entwicklung des Brainwashing Pate gestanden - ohne es zu wissen oder zu wollen - denn die Grundkenntnisse von Tiefenpsychologie und Psychoanalyse vermittelten sicherlich ausschlaggebende Anregungen .
Als die eigentlichen Methoden des Mentizids sind zu nennen: körperliche Qualen (Schmerzen, Kälte- oder Hitzereize, Vebrennungen, Juck- und Kitzelreize, Blend- und Lichtreize, Schallreize, Einengung der Bewegungsfreiheit, Entzug der Hygiene, Hunger und Durst, Schlafentzug, Luftentzug, Überarbeitung, Ausschaltung aller Reize, mangelnde medizinische Versorgung), welche vor allem der Erzeugung eines Zustandes herabgesetzter Gehrinaktivität dienen; seelische Qualen (Verhöre, inhumane Behandlung, systematische Zerstörung des Selbstbewußtseins, Isolation, ständiges Beobachtetwerden, vehemente Kritik, ständige Ungewißheit mit Wartezeiten und "Überraschungen", Todesängste, Angst vor stärkeren Qualen, Bedrohung von Angehörigen oder Freunden, Wechsel von schärferer und milderer Behandlung), welche eine Streßsituation herbeiführen, die wiederum die Vorbedingungen schafft für eine Übertragungssituation mit einem ängstlichen Anklammern des Betroffenen an seine Peiniger; Mittel der Propaganda (Typisierung von Menschen, Gebrauch von wertenden Begriffen, Selektieren von Nachrichten und Informationen, Zensur von Veröffentlichungen, Berichterstattung über Greuel des Gegners, Wiederholung von Schlagworten, Betonung anstelle von Begründung, Suche nach Sündenböcken und Diffamierung derselben, Verkündigung einfacher Leitprinzipien, Herausstellung von Autoritäten), die Aufmerksamkeit wecken, Emotionen und Spannungen erzeugen soll, während sich die Opfer der Wirkungen nicht oder nur äußerst schwer entziehen können; Umlernmethoden (vor allem Konditionierung, Lernen durch Belohnung und Strafe sowie das Lernen durch autoritäre "Vorbilder", jedoch auch andere Lernmethoden); Überzeugungswandel (Zwang zum Umdenken, zur äußeren Konformität; innere Anpassung als erweiterter Selbstschutz, da äußere Verhaltensweisen auf Motive untersuchbar sind); und endlich das Angebot eines "neuen Lebens" (Möglichkeiten für ein Streben nach Macht, Geltung, Freiheit von Schuldgefühlen, Glauben , Liebe, Hoffnung etc.).
"Die künstlich gesteuerte Seele," begann Dr. med. Dr. phil. Klaus Thomas im Jahr 1970 das Vorwort seines
gleichnamigen Buches, "der manipulierte Mensch, der durch keine Grenzen gehemmte Einfluß des Mächtigen auf seine Gefolgschaft - das ist das Ziel vieler Politiker und Polizisten, Psychiater und Priester. Hier begegnen sich das Streben von Tyrannen der Vergangenheit, das Forschen von Wissenschaftlern der Gegenwart, die utopische Zukunftsvision von Dichtern, die Seelsorge von Erweckungspredigern, das Erlebnis LSD-süchtiger Jugendlicher unserer Tage und zugleich die Sorge von Millionen von Menschen."
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