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Enzyklopädia Coniurationis
Rassismus

Hinter dem Begriff Rassismus verbirgt sich die Annahme, man könne einzelne Menschengruppen an Hand von bestimmten Kategorien pauschal voneinander unterscheiden. Als solchen Kategorien zu Grunde liegende Unterscheidungsmerkmale werden in Bezug auf Rassismus insbesondere äußere Merkmale wie die Haut- und Haarfarbe, aber auch kulturelle Aspekte wie zum Beispiel Sprache und Kunst genannt.

Obwohl die moderne Forschung wiederholt gezeigt hat, dass die Einteilung an Hand solcher Merkmale willkürlich ist und keiner genaueren Analyse standhält, ist es immer noch gängig etwa zwischen einer "weißen", einer "schwarzen" und einer "gelben Rasse" zu unterscheiden. Dabei wird jedoch ignoriert, dass auch innerhalb dieser Kategorien erhebliche Unterschiede existieren, die es möglich machen, ständig noch weiter zu unterscheiden, bis man letztendlich zu einer nahezu unendlichen Vielfalt unterschiedlicher "Rassen" kommt.

Zu Zeiten des Nationalsozialismus in Deutschland wurde der un- oder bestenfalls pseudowissenschaftliche Begriff der "Rasse" instrumentalisiert, um einerseits insbesondere Juden, aber auch Sinti und Roma sowie Farbige auszugrenzen und andererseits den vermeintlichen Idealtypus des blonden und blauäugigen "Ariers" zu einem "Herrenmenschen" hochzustilisieren. Damals wie heute wird die willkürliche Unterscheidung zwischen verschiedenen "Rassen" benutzt, um entweder schwelende Konflikte zu schüren oder bestehende Konflikte zu legitimieren, indem diese als eine Art von notwendiger Auseinandersetzung zwischen grundverschiedenen Kategorien von Menschen dargestellt werden.

Der Begriff des "Volkes" ist im Deutschen ähnlich problematisch wie der der "Rasse", da er - außer im juristischen Sinne, wo schlicht die Bürger eines Staates gemeint sind - suggeriert, dass es sich hierbei um eine abgeschlossene Gemeinschaft von sich seit Anbeginn der Zeiten untereinander fortpflanzender Menschen handele.

Verwirrend ist, dass in anderen Sprachen der Begriff des "Volkes" anders konnotiert ist als im Deutschen. So entspricht dem deutschen Begriff "Volk" der englische, ebenfalls unsinnige Begriff "race" (= Rasse), während der englische Volksbegriff (= "people") dem, was im Deutschen als "Ethnie" bezeichnet wird, entspricht: eine Gemeinschaft von Menschen, die sich durch Gemeinsamkeiten in Bezug auf kulturelle und historische Traditionen als Gruppe sehen. Ethnien definieren sich folglich über das in der Gruppe vorhandene Zusammengehörigkeitsgefühl, während ein "Volk" hauptsächlich über seine vermeintlich gemeinsame Abstammung definiert wird. Hier liegt der Bezugspunkt zwischen den Begriffen "Volk" und "Rasse", dem die Nazis bereits im Namen ihrer Partei-Zeitung, dem "Völkischen Beobachter", Rechnung trugen.

Zusammenfassend kann man festhalten:



  • Der Begriff "Rasse" ist unwissenschaftlich und willkürlich.

  • Er wird benutzt, um auszugrenzen und einen "natürlichen Kampf" zwischen verschiedenen "Rassen" zu suggerieren und bestehende Konflikte zu legitimieren.

  • Gerade in Deutschland hat sich gezeigt, dass eine unwissenschaftliche und auf Ausgrenzung fußende Theorie wie der Rassismus nur zu Leid und Übel führt.


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