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Myanmar (Sezessionisten)
1948 - -
Klassifizierung: Bürgerkrieg
Angreifer: KNU, SSA
Verteidiger: Myanmar
Intervention A von: UWSA, DKBA
zugunsten von: Konservative Militärteile
Kriegschauplatz/-plätze: Asien

Die Ursachen für die langjährigen Auseinandersetzungen in Birma (heute Myanmar) gehen bis in die Kolonialzeit der Briten zurück. Die Kolonialmacht teilte Birma in ein Inneres Birma, hauptsächlich bewohnt von Birmesen, und ein Äußeres Birma, bewohnt von Minoritäten wie die Shan und die Karen. Im zweiten Weltkrieg kam es zu Übergriffen der Birmesen auf die Minderheiten in den äußeren Gebieten.

Als Birma 1948 seine Unabhängigkeit erlangte, forderten viele Minderheiten mehr Autonomie oder Unabhängigkeit. Ihnen wurde jedoch kein Mitspracherecht an der Konferenz gewährt, sodass ihren Forderungen nach Sezesssion nicht nachgekommen wurde. Rebellengruppen nahmen den Kampf gegen die Regierung auf, die Birma mit den äußeren Gebieten in einer Union sehen wollte.

Unter den bedeutendsten Rebellengruppen gehört die KNU (Karen National Union), die sich schon 1948 formierte und 1949 den militärischen Arm KNLA (Karen National Liberation Army) bildete, und die SSA, die 1964 gegründet wurde und nach Sezession eines Shan Staates strebte, später insbesondere in den Grenzgebieten zu Thailand gegen Regierungstruppen und die mit ihr verbündeten SSWA (Shan State Liberation Army) kämpfte. Birma selbst wurde 1962 durch Putsch sozialistisch und blieb es bis zum Jahr 1988. Es kam zu Unruhen und Aufständen am Ende der sozialistischen Regierungszeit unter Ne Win, die blutig niedergeschlagen wurden. Darauf folgte die Ära der Militärjunta, die bis heute andauert. In den Jahren 1989 bis 1997 wurden viele Waffenstillstandsvereinbarungen abgeschlossen.

Einige Rebellengruppierungen legten ihre Waffen nieder, manch Rebellenbewegung wechselte sogar das Lager. Die Democratic Karen Buddhist Army (DKNA) kämpft an der Seite der Militärregierung gegen ihre frühere Kameraden der KNLA. Die SSA gab nur teilweise ihren Widerstand auf. Dunkles Licht auf Regierung und ihre Verbündete wirft die äusserst aktive Beteiligung am Drogenhandel, die zur Eigenfinanzierung dienen. Dies hat wiederholt zu Spannungen mit dem Nachbarn Thailand geführt, da ein Großteil des Handels seinen Grenzen abläuft. 2003 erfuhr der Konflikt eine internationale Ausweitung. Thailand wollte gegen den Drogenhandel der USWA vorgehen und zeigte sich bereit, Grenzrecht zu verletzen. Daraufhin verstärkte Myanmar seine Truppen an der Grenze und auch China positionierte Streitkräfte in der Konfliktregion.

Thailand operierte erfolgreich gegen die Drogenbarone. Myanmar und Thailand lösten ihren Grenzkonflikt schnell auf diplomatischen Wege mit der Konsequenz, dass die SSA nicht mehr von thailändischen Gebieten aus operieren durfte. Im selben Jahr gab es zwischen KNLA und den Regierungstruppen harte Auseinandersetzungen, in denen sie in die Defensive geriet. Zahlreiche Karen zogen sich in den Dschungel zurück und die Soldaten verminten das verlorene Myawaddy-Distrikt, in dem zuvor ihr Hauptquartier war.

Zahlreiche Karen befinden sich in Flüchtlingslagern an der Grenze zu Thailand. Die KNU trat noch Ende des Jahres in Verhandlungen mit der Regierung, die Beginn des Jahres 2004 zu einem Waffenstillstandsabkommen führten. Doch bis dato dauern die Menschenrechtsverletzungen der verschiedenen Parteien an. Dies geht aus einem Bericht des Human Right Watch vom Juni 2005 hervor.


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