Am 25. August 1945 erzwang die Guerilla-Organisation Viet-Minh unter Ho Chi Minh die Abdankung des von Japan eingesetzten Kaisers Bao Dai. Während Frankreich nun versuchte, sein Kolonialreich Indochina mit Sitz in Saigon vom Süden des Landes aus wiederherzustellen, proklamierte Ho Chi Minh am 2.9.1945 in Hanoi die Demokratische Republik Vietnam.
Am 6.3.1946 vereinbarten Frankreich und Ho Chi Minh, der am 6.1.1946 im Norden des Landes einen Wahlerfolg erreicht hatte, Vietnam als unabhängigen Staat innerhalb der Französischen Union anzuerkennen. Allerdings änderte Frankreich seine Position wieder und nutzte am 23.11.1946 einen Streit um die Zollhoheit als Vorwand für einen Angriff in Haiphong, bei dem 6000 Menschen starben.
Als weitere Verhandlungen scheiterten, begann die Viet-Minh am 19.12.1946 ihren Partisanenkampf gegen die Fremdherrschaft (und zugleich für die Errichtung einer kommunistischen Gesellschaftsform) mit einem Angriff auf die französische Garnison in Hanoi. Der Angriff weitete sich mit chinesischer Unterstützung zum Krieg aus.
Obwohl die Franzosen sich anfangs hatten behaupten können, verloren sie in der Schlacht um Dien Bien Phu am 7.5.1954 schließlich ihre letzte Festung.
Für die am 8.5. beginnende Genfer Indochinakonferenz erhielten die Viet-Minh somit einen entscheidenden strategischen Vorteil.
Am 21.7.1954 wurde ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet, worin eine Teilung Vietnams in Höhe des 17. Breitengrades beschlossen und die Wiedervereinigung für 1956 angesetzt wurde. Hierdurch erhielten die Viet-Minh ab dem 11.10.1954 zunächst ein Gebiet mit etwa 11 Mio Einwohnern und wichtigen Industriezentren wie Hanoi und Haiphong. Dem bisherigen Staat Vietnam wurde der südliche Teil mit ca. 23,5 Mio Einwohnern und den wichtigsten Reisanbaugebieten zugesprochen.
Im Indochinakrieg waren mindestens 50000 französische und ca. 1-2 Millionen vietnamesische Soldaten getötet worden.
Die von den USA unterstützte südvietnamesische Regierung verhinderte die Wahlen zur Wiedervereinigung, weil sie fürchtete, Ho Chi Minh würde aufgrund seiner Popularität als als Sieger hervorgehen. Da sie sich weigerte, das Waffenstillstandsabkommen und ihre Neutralitätsverpflichtung anzuerkennen, brach der Kampf erneut aus (Vietnamkrieg).