Seit 1949 ist der Kaschmir geteilt, der Norden fiel Pakistan zu, der Süden an Indien. Beide Staaten halten jedoch daran fest, den Kaschmir ganz einzuverleiben. Der Konflikt betrifft in erster Linie den einverleibten Staat "Jammu & Kaschmir", der mehrheitlich muslimisch bewohnt ist. Dehli unterhöhlte den rechtlichen Sonderstatus des Bundesstaates, manipulierte wiederholt Wahlen und unterdrückte die freie Meinungsäusserung.
In den achtzigern organisierten sich Intellektuelle zur Front gegen den Apparat in Dehli. Unruhen nach einer massiven Wahlfälschung 1987 eskalierten Anfang 90 zu Sezessionsbestrebungen und zum offenen Konflikt. Zuerst war es die Jammu and Kashmir Liberation Front (JKLF), die im Kampf gegen Indien dominierte und nach einem säkularen unabhängigen Kaschmir strebte und anfangs von der pakistanischen ISI unterstützt wurde. Doch Indien verbuchte im Laufe der Zeit Erfolge gegen die JKLF.
Mittlerweile kämpfen auf der Seite Kaschmirs viele unterschiedliche Guerrillabewegungen, die mehrheitlich radikalreligiös orientiert sind. Dabei ist augenfällig, dass unter den Kämpfern Kaschmirs über Pakistan eingeschleuste Afghanen einen großen Anteil stellen. Die derzeit aggressivste Gruppierung ist die Lashkar-i-Toiba (LT, Armee der Reinen), die in ideologischen Schriften eine islamische Herrschaft über alle Teile Indiens fordert. Da jüngst solche Organisationen internationalen Einfluss gewann, entschloss sich Pakistan zum Verbot. Es bildeten sich teilweise Nachfolgeorganisationen, die in den letzten Jahren für zahlreiche Anschläge verantwortlich sind.
Der spektulärste ereignete sich am 13. Dezember 2001 auf das indische Parlamentsgebäude. Seit August 2003 sind Annäherungen zwischen den Konfliktparteien zu beobachten. Das indische Militär wird von Menschenrechtsorganisationen beobachtet und sind radikale Gruppierungen verhandlungsbereiter. Ein deutliches Signal der Normalisierung ist der Abzug von indischen Streitkräften (3000 Soldaten) aus der Region im November 2004. Indien und Pakistan wollen den Dialog fortsetzen.