Bis August 1947 war Kaschmir rechtmäßig ein unabhängiges Fürstentum unter britischem Protektorat, dem eine Angliederung entweder an Pakistan oder an Indien bevorstand. Der hinduistische Maharadscha Hari Singh hielt sich taktisch beide Möglichkeiten offen, obwohl die deutliche Mehrheit der Bevölkerung, 85 Prozent, muslimischen Glaubens war. Das Land litt unter den Vorgängen der überhastet durchgeführten Dekolonisation, die immense Migrationsströme über die neuen Grenzen hervorief und mit blutigen Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Moslems verbunden war.
Am 22. Oktober entschlossen sich Paschtunen, die unter Einfluss pakistanischer Offiziere standen, zur militärischen Gewalt mit dem Ziel des Anschlusses Kaschmirs an Pakistan. Ein Großteil der kaschmirischen Gruppen desertierten und stellten sich auf die Seite der Aggressoren. Der Maharadscha bat Indien um Intervention zugunsten Kaschmirs, woraufhin Indien am 26. Oktober in das Kriegsgeschehen eingriff und sich Kaschmir der Indischen Union anschloss. Politische Hebel von britischer Seite verhinderte vorerst den Kriegsbeitritt Pakistans, als aber das wichtige Induswasser für Pakistan gesperrt wurde und eine neue Flüchtlingswelle aufgrund der Offensive Indiens im Frühjahr losbrach, griffen pakistanische Truppen in den Konflikt ein.
Als Ergebnis des Krieges wurde Kaschmir entlang der Waffenstillstandslinie geteilt, welche bis heute die Staatsgrenze zwischen Pakistan und Indien bildet. Südlich fielen zwei Drittel Kaschmirs Indien zu, das nördliche gebirgige Drittel wird von Pakistan kontrolliert. Ein von der UNO gefordertes Referendum über die Zukunft der Region steht noch aus.