Hauptursachen der Auseinandersetzungen in Assam sind die wirtschaftliche Rückständigkeit der Nordostregion Indiens sowie die Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen der Assamesen und Bengalis. In der Kolonialzeit setzte die britische Kolonialmacht Bengalis in die führenden Ämter. Nach der Kolonialzeit blieben die Assamesen weiterhin benachteiligt. Wirtschaftlich sicherten sich die Bengalis allmählich führende Positionen, welches Ungleichentwicklung der beiden Völker und schlussendlich einen Klassengegensatz zur Folge hatte.
Die Assamesen warfen der indischen Regierung eine Fortführung der Ausbeutung von Ressourcen vor, insbesondere von Tee und Erdol. Die andauernde starke Einwanderung von Bengalesen aus Ost-Pakistan und Bangladesh empfand die assamesische Mittelklasse als Bedrohung. Die "All Assam Students Union" (AASU) forderte einen Einwanderungsstopp und eine Deportation der späteingewanderten Bengalesen. In den 80ern kam es zu Massakern an der bengalesischen Bevölkerung, doch vermochte die Zentralregierung den Konfliktherd vorerst zu bändigen.
Da die Ungleichheit der Bevölkerungsgruppen nicht abnahm und die Region wirtschaftlich noch immer weit abgeschlagen war, gründete sich die "United Liberation Front of Assam" (ULFA), die gegen die wirtschaftliche Ausbeutung und für ein unabhängiges Assam kämpft. Einerseits war sie in zahlreichen Morden und Entführungen verwickelt, andererseits richtete sie soziale Hilfsprogramme ein und baute administrative Parallelverwaltungen auf. Anfang der 90er Jahre startete Indien eine Gegenoffensive, die vor keinen Menschenrechtsverletzungen zurückschreckte. Armee und Paramilitärs wendeten sich rücksichtslos auch gegen die Zivilbevölkerung, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten zählen zu den Opfern.