Aufgrund der außenpolitischen Beziehungen des Irans zum nationalsozialistischen Deutschen Reich und die damit verbundene Angst der Sowjetunion, eine weitere Front bzw. Versorgungsschwierigkeiten zu riskieren, besetzten Großbritannien und die Sowjetunion 1941 den nördlichen Teil des Landes, um diesen Gefahren entgegenzuwirken. Die Regierung des Irans unter Reza Schah wurde dadurch sehr geschwächt, sodass einige Gebiete zwischen der besetzten Zone und der Hauptstadt für Teheran immer schwieriger zu kontrollieren waren.
Die Briten waren klar gegen jede Art von Autonomie einzelner Städte oder Landesteile, da sie schon im Irak und in anderen Einflussgebieten die Unkontrollierbarkeit von Clan- und Stammesstrukturen zu spüren bekommen hatten. Großbritannien versuchte allerdings, Reza Shah davon zu überzeugen, sich zumindest um gerechtfertigte Klagen der Kurden zu kümmern und die Stämme auf diese Weise zu befrieden. Allerdings fürchtete der Iran aufgrund der Kriegsrhetorik der Alliierten, die vom Kampf gegen Diktatur und für Demokratie und die Verteidigung der Schwachen gegen die Starken sprachen, dass solche Ideen bald auch im eigenen Land zu einem Zerfall der staatlichen Gewalt führen könnten.
Die Sowjetunion förderte aus wirtschaftlichen Interessen heraus die separatistischen Bestrebungen von Aserbaidschanern und Kurden im Nordwestteil des Landes, so dass 1945 mit der autonomen „Aserbaidschanischen Volksregierung“ ein eigener aserbaidschanischer Staat auf dem Gebiet des Irans gegründet wurde, was die Ängste der iranischen Regierung zu bestätigen schien.
Die iranischen Kurden, deren Gebiete zum Großteil nicht besetzt worden waren, begannen ebenfalls separatistische Tendenzen zu entwickeln. In der Kleinstadt Mahabad gründete sich im September 1942 die „Gesellschaft zur Wiedererweckung Kurdistans“ (Komala-i-Dschiyanawa-i Kurdistan). Trotz oberflächlich religiöser Ausrichtung entwickelte sie größtenteils säkulare Interessen aus, wie der Beseitigung sozialer Ungleichheit und die Gründung eines kurdischen Staates, was zu Spannungen mit den traditionellen Stammesstrukturen der Kurden führte. Allerdings waren die meisten Stammesführer in der Region um Mahabad der Komala positiv gesonnen, da sie den traditionellen Forderungen der Stämme nach mehr Autonomie von der iranischen Regierung entsprach.
Eine kurdische Delegation, die bei der sowjetischen Administration eine Abspaltung der Kurdengebiete erreichen wollte, wurde mit den Worten zurückgewiesen, dass die Sowjetunion zwar die Selbstbestimmung de Völker unterstütze, aber die Zeit für die Kurden noch nicht gekommen wäre.
Die sowjetischen Besatzer standen sowohl mit der Komala, als auch mit den Stammesführern der Region um Mahabad in Kontakt. Mit Ghazi Muhammad, einem der einflussreichsten kurdischen Führer zu dieser Zeit, verhandelte sie mehrere Male und brachten die Komala unter Druck dazu, ihn als ihren neuen Vorsitzenden zu akzeptieren, unter anderem auch, um durch die Verschmelzung der bereits angesprochenen traditionellen und demokratisch-progressiven Strukturen zu erreichen und so den Einfluss der Komala auszudehnen.
Im Herbst 1945, nach einem Treffen der Komala-Führung mit Sowjets und dem Präsidenten der VR Aserbaidschan gründete Ghazi Muhammad die DPK-Iran, in der die Komala vollständig aufging. Die Sowjets hatten Ghazi Muhammad deutlich gemacht, dass sie die Komala nicht für zukunftsträchtig hielten und wollten eine Partei sowjetischer Prägung. Die neugegründete DPK-Iran hatte folgende Ziele:
1. Autonomie für die iranischen Kurden innerhalb des iranischen Staates
2. Benutzung von Kurdisch als Administrations- und Bildungssprache
3. Die Wahl einer Provinzversammlung für Kurdistan
4. Die Besetzung aller öffentlichen Ämter der Region nur mit lokalen Personen
5. Einheit und Brüderlichkeit zum aserbaidschanischen Volk
6. Errichtung eines einheitlichen Gesetzes für Notabeln und Bauern
Zu dieser Zeit, im Oktober 1945, flohen unter Mulla Mustafa Barzani die ca. 9.000 Überlebenden des Barzani-Aufstandes (siehe hier zu den entsprechenden Eintrag im KA) aus dem Irak in das Mahabad-Gebiet, was für die Bewegung gleichzeitig militärische Stärkung und versorgungstechnische Schwächung darstellte. Nicht nur die Kämpfer des gescheiterten Barzani-Aufstandes, sondern auch ihre Familien ließen sich im Gebiet um Mahabad vorerst nieder. Die Sowjetunion überzeugte Mulla Mustafa dazu, sich Ghazi Muhammad unterzuordnen. Angespornt durch die Sezession des aserbaidschanischen Teils des Iran und die militärische Stärkung durch die Barzanis rief die DPK-Iran am 22. Januar 1946 die „Republik Kurdistan“ aus. Die Sowjetunion unterstützte die Entwicklungen nur verhalten; sie lieferte dem neuen Staatsgebilde zwar Uniformen und Druckerpressen, jedoch kaum Waffen. Auf der anderen Seite blieb ein sozialistischer Umsturz der Besitz- und Machtverhältnisse, wie in der aserbaidschanischen Volksrepublik, in der Republik Kurdistan aus.
Ghazi Muhammad wurde durch ein provisorisches Parlament zum Präsidenten ernannt. Viele der neu zu besetzenden Staatsämter wurden aber nicht von alten Komala-Mitgliedern, sondern von Stammesführern und einflussreichen Kurden übernommen. Kurdisch wurde zur Amtssprache erhoben, schon bald gab es kurdische Schul- und Lehrbücher, was vor allem die Unterstützung der städtischen Bevölkerung, weniger aber der ländlichen, verstärkte. Es erschien eine kurdische Tageszeitung und mehrere Magazine in kurdischer Sprache. Der kulturelle und Bevölkerungsgruppen verschmelzende Anspruch der Republik wurde auch schon in ihrer Flagge deutlich: Auf drei Querstreifen in Rot, Weiß und Grün prangte eine Schreibfeder von Ähren umgeben.
Die Unterstützung der Stammesführer bröckelte jedoch dahin. Die einen sahen die Republik Mahabad als Marionette der Sowjetunion an, die anderen waren durch die militärische Stärke der Barzanis aufgeschreckt und verunsichert worden. Außerdem schwand die sowjetische Unterstützung langsam. Im Dreimächteabkommen vom 29. Januar 1942 hatten die Besatzungsmächte zugesagt, dass sie den Iran sechs Monate nach Beendigung des Krieges in Europa verlassen würden und dem Staat wirtschaftliche Hilfe gewähren würden. Tatsächlich zog sich dieser Vorgang wesentlich länger hin, war aber nicht aufzuhalten. Die sowjetische Führung hatte nach Erhalt von Ölkonzessionen des Irans auch die Unterstützung der kurdischen und auch der aserbaidschanischen Republik schrittweise verringert.
Ab Mitte April kam es deshalb verstärkt zu Zusammenstößen der Kräfte Mahabads mit regulären iranischen Truppenaufgeboten, die große Verluste erlitten. Noch waren die Barzanis und der Republik assoziierte Stammesführer mit ca. 13.000 Bewaffneten den nur ca. 5.000 in die Region entsendeten Kräften überlegen, als aber die Unterstützung der Stammesführer zurückging, wendete sich das Blatt langsam.
Ghazi Muhammad ging im August 1946 nach Teheran, um den als moderat eingestuften Premierminister Qavam zur Einrichtung einer autonomen kurdischen Provinz von der sowjetisch-iranischen Grenze bis zu den Städten Sanandadsch und Kermanschah zu bewegen. Der Premier stimmte dem auch zu; allerdings geriet seine Regierung im Oktober unter starken Druck einer stammesgeführten Anti-Links-Bewegung, die von Schah Reza initiiert war, und er distanzierte sich für seinen eigenen Machterhalt von der Linken und auch den Plänen eines autonomen Kurdistan.
Das verbitterte die Führungskräfte in der Republik Mahabad und schuf inneren Zwist. Die Sowjetunion wies Mulla Mustafa Barzani an, die Situation zugunsten Ghazi Mohammads zu stabilisieren. Nur wenige Stämme in direkter Nähe zur Stadt Mahabad hielten noch zur Republik.
Während jedoch die „aserbaidschanische Volksrepublik“ mit der Zentralregierung verhandelte und so die einflussreichsten Personen ihre Stellung im wiedereingegliederten aserbaidschanischen Teil des Irans wahren konnten, war der Versuch der Kurden, die Republik Mahabad zu erhalten und zu verteidigen zum Scheitern verurteilt.
Als am 10. Dezember Premier Qavam die militärische Rückeroberung des Gebietes anordnete, gab es kaum noch Unterstützer der Republik, auch wenn diese am 5. Dezember noch ausgerufen hatte, dass sie sich militärisch verteidigen werde. Politisch war die Führungsspitze um Ghazi Muhammad aber schon fast vollständig isoliert. Am 13. Dezember marschierten iranische Truppen in Tabriz, der Hauptstadt der aserbaidschanischen Volksrepublik, ein, am 17. wurde Mahabad von iranischen Truppen kampflos eingenommen. Ghazi Muhammad wurde verhaftet und am 31. März 1947 mit anderen führenden Mitgliedern des Kurdenstaates auf einem zentralen Platz Mahabads gehängt.
Innenpolitisch war die Mahabad-Republik sehr heterogen, was innere Spannungen begünstigte; gleichzeitig hatte sie außerhalb der großen Städte aufgrund der ungebrochenen Autorität der Stammesführer nur begrenzten Einfluss gehabt. Der Einfluss der DPK-Iran verschwand vorerst fast vollständig, doch wurde durch Treffen mit irakischen Kurden der Grundstein für eine DPK-Schwesterpartei im Irak gelegt, die sich im August 1946 gründen sollte.
Im Folgenden versuchte der Iran den neu aufgekommenen kurdischen Nationalismus zu unterdrücken; er stellte eine andere Dimension dar, als die bisher kleinen lokalen Aufstände kurdischer Stämme. Mulla Mustafa Barzani wurde vor die Wahl gestellt, ob er in den Irak zurückkehren wolle, oder sich entwaffnet in der Nähe der Stadt Varamin niederlassen sollte. Beide Möglichkeiten waren für ihn nicht akzeptabel, so dass er sich seinen Weg zur sowjetischen Grenze freikämpfen wollte. Er schaffte es schließlich, immer dicht gefolgt von der iranischen Armee, sich nach einer fast 370 Kilometer langen Flucht am 18. Juni 1947 über den Fluss Aras in sowjetisches Territorium zu retten, was in der kurdischen Rezeption immer noch vielen als Heldentat gilt.
McDowall, David: A Modern History of the Kurds. 2. aktualisierte Auflage. London/New York 2000.
Moradi, Golmorad: Ein Jahr autonome Regierung in Kurdistan. Die Mahabad-Republik 1946-1947. Heidelberg 1991.
Pfetsch, Frank: Konflikte seit 1945. Die Arabisch-Islamische Welt. Würzburg 1991. [Einige sachliche Mängel im Beitrag dort]
Strohmeier, Martin und Yalçın-Heckmann: Die Kurden. Geschichte, Politik, Kultur. 2. Auflage. München 2003.