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| Georgien (Abchasien) | | 14.08.1992 - 14.05.1994 | | Klassifizierung: |
Bürgerkrieg |
| Angreifer: |
Georgien |
| Verteidiger: |
Abchasische Separatisten |
| Intervention A von: |
Russland Konföderation der Kaukasusvölker |
| zugunsten von: |
Abchasische Separatisten |
| Kriegschauplatz/-plätze: Vorderer / Mittlerer Orient |
In den 1980er Jahren kam es in Georgien zu zunehmenden Versuche der Georgischen Sowjetrepublik, sich von der russisch-sowjetischen Hegemonie loszusagen und endlich die gewünschte die vollständige Souveränität zu erreichen. Im Zuge dessen äußerten sich die nationalistischen Bestrebungen Georgiens dahingehend, dass die im Staate lebenden Minderheiten, besonders Osseten und Abchasen, verstärkt unterdrückt wurden. So war es verboten, Abchasisch als Schulfach zu lehren oder eine andere als die georgische Schrift zu verwenden. Diese weitgreifenden Maßnahmen Georgiens wurde als "Krieg der Gesetze" bekannt und richtete sich zwar in erster Linie gegen Russland, schadeten jedoch mindestens ebenso stark dem sensiblen Gefüge des Zusammenlebens der im Staate beheimateten Völker. Unter den Abchasen mehrten sich die Ängste, dass ihre eigene Kultur von der georgischen überlagert und schließlich verdrängt würde. Da Abchasien als eigenständige Sowjetrepublik zwischen 1917 und 1931 über eine eigene Titularnation verfügte und erst dann der georgischen Sowjetrepublik zugefügt wurde, kam es Ende der 1980er Jahre zu einer Rückbesinnung auf die ehemalige Eigenständigkeit und Separationsbestrebungen der Abchasen gegenüber Georgien bzw. Versuche, im Falle der Unabhängigkeit Georgiens in der Sowjetunion zu verbleiben. Die Region Abchasien besaß ebenso wie Ossetien einen besonderen Status, der ihr eine gewisse Eigenverwaltung zusprach. Dies vereinfachte eine Loslösung vom georgischen Staatskörper. Russland unterstützte die Abchasen bei dessen Vorhaben, um Georgien möglichst lange in der UdSSR zu halten und ein Austreten zu verhindern.
Schließlich proklamierte Abchasien am 26. Juli 1992 seine Unabhängigkeit, welche von Georgien nicht anerkannt wurde. Dem Wahlspruch des Georgiens, "Kraft durch Einheit", wurde ab dem 17. August 1992 schließlich auch militärisch Nachdruck verliehen, als Panzer in der abchasischen Hauptstadt Suchumi einrollten und die dortige Verwaltung durch einen pro-georgischen provisorischen Militärrat ersetzt wurde.
Im Zuge des gleichzeitig stattfindenden Georgischen Bürgerkrieges hatten schon am 14. Juli Verbände der georgischen Nationalgarde auf der Suche nach elf entführten Regierungsvertretern überschritten und durch ihr Auftreten für Unruhen gesorgt.
Freiwilligenverbände der Konföderation der Kaukasusvölker und unabhängige Kosakenverbände schlossen sich in großer Zahl den abchasischen Truppen an, unterstützt von russischer Logistik und Militärstrategen. Eine große Verfügbarkeit von Schusswaffen und Munition aus alten Sowjetbeständen und eine hohe Anzahl von Freiwilligen auf beiden Seiten stellten für den Krieg einen dankbaren Nährboden dar. Bis zum Ende des Jahres 1993 gab es mehr als 3.000 Tote. Mehrere durch Russland vermittelte Waffenstillstände wurden durch neu aufflammende Gefechte gebrochen.
Die schlechte Koordination der georgischen Truppen und der rege Zulauf an Freiwilligen auf abchasischer Seite entschieden den Krieg langsam aber sicher für die Sezessionisten. Auch die Mobilmachung von mehr als 40.000 Reservisten konnte den Kriegsverlauf nicht wenden. Obwohl wenn es der Nationalgarde gelang, die Rückkehr des ehemaligen georgischen Präsidenten, Swiad Gamsachurdia, zu verhindern, der mit Hilfe der Abchasen wieder zurück an die Macht wollte, so konnte sie den Konflikt nicht mehr zu ihren Gunsten entscheiden.
Mit der blutigen Einnahme Suchumis am 27. September 1993, der letzten von Georgien gehaltenen Stadt, war die georgische Niederlage besiegelt. Verhandlungen im Dezember 1993 führten zu ersten Vereinbarungen über einen gegenseitigen Gefangenenaustausch und weitere Friedensverhandlungen, im Januar 1994 wurde schließlich die Stationierung einer UNO-Friedenstruppe beschlossen. Jedoch einigte man sich am 14. Mai 1994 letztendlich darauf, stattdessen eine knapp 3.000 Mann starke GUS-Friedenstruppe und 130 Militärbeobachter der UN zu entsenden, die eine 24 Kilometer breiten Korridor zwischen Georgien und Abchasien bewachen sollten. Über eine Rückkehr der 250.000 im Krieg aus Abchasien geflohenen Menschen, hauptsächlich Georgier, konnten sich die beiden Parteien jedoch nicht einigen.
Im Kaukasus stationierte russische Truppenverbände wurden vereinzelt Teil der Kampfhandlungen. Während Russland betont, dass die eigenen Soldaten nur zur Selbstverteidigung die Schüsse georgischer Truppen erwidert hätten, beschuldigte Georgien Russland, aktiv Partei für die abchasischen Separatisten ergriffen zu haben.
Da der Konflikt in Abchasien nicht entgültig gelöst wurde, wird sein Status international als frozen (eingefroren) bezeichnet. Ähnliches gilt auch für die Region Ossetien. Ab 1998 flammte der Konflikt in Georgien jedoch wieder neu auf. Abchasien ist de facto von Georgien unabhängig, wird jedoch weder von Georgien, noch von der internationalen Staatengemeinschaft als souveränder Staat anerkannt.
Beide Konfliktparteien machten sich einiger Kriegsverbrechen schuldig, tragische Höhepunkte stellten dabei auf georgischer Seite die Plünderungen von Suchumi und Gagra durch die georgische Nationalgarde und die gefürchteten Sakartwelos Mchedrioni, sowie auf abchasischer Seite das Massaker von Suchumi am 27. September 1993 dar. Bei letzterem wurde fast die gesamte in der Stadt verbliebene georgische Bevölkerung getötet, mehr als 7.000 Menschen fanden den Tod.
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