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| Kenia (Mau-Mau-Aufstand) | | 01.10.1952 - 01.11.1956 | | Klassifizierung: |
Bürgerkrieg |
| Angreifer: |
Mau-Mau-Bund |
| Verteidiger: |
Großbritannien |
| Kriegschauplatz/-plätze: Afrika |
Die ostafrikanische Küste war schon immer ein wichtiger Knoten- und Handelspunkt zwischen Afrikanern, Persern, Arabern, Indern und Chinesen. So wurde sie zeitweise sowohl von Portugiesen als auch Osmanen erobert, hauptsächlich wegen der günstigen Lage als Handelsposten und dem immer größeren Bedarf an Sklaven. 1920 wurde das Gebiet Kenias schließlich nach ca. zwei Jahrzehnten britischer Einflussnahme offiziell zur Kolonie ernannt. Durch eingeschleppte Krankheiten und den Bevölkerungsrückgang in Folge der Jahrhunderte langen Sklavenjagd gab es keinen nennenswerten Widerstand der afrikanischen Bevölkerung; sie wurde in Reservate eingesperrt, während die weißen Siedler begannen, die fruchtbaren Hochtälern zu besiedeln. Nur das Volk der Kikuyu wagte schon in den 20ern den offenen Protest. Nach einigen gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Kolonialtruppen bildete sich die Kikuyu Central Association (KCA), die 1944 in der Kenya African Union (KAU), welche nun auch die Interessen aller betroffenen Volksgruppen vertrat, aufging. Kurz vor Erlangung der Unabhängigkeit sollte sich später aus ihr die Kenya African National Union (KANU) bilden; eine Gruppe,, welche die ersten drei Dekaden nach der Unabhängigkeit die tonangebende Kraft und einzige Partei des Landes sein sollte. Zu Beginn des Konfliktes forderte die KAU nur weitreichende Reformen, u.a. die Ansiedlung von Afrikanern in den Hochtälern, unabhängige Gewerkschaften und eine schwarzafrikanische Beteiligung an der kolonialen Administration, was jedoch von der Kolonialmacht Großbritannien verweigert wurde. Daraufhin kam es zu Streiks, Demonstrationen und der Bildung von Geheimbünden, welche Gewalttaten gegen Weiße und ihre schwarzen Kollaborateure verübten. Einer der größten und gleichzeitig fanatischsten war der Mau-Mau-Bund. Im Sommer 1952 kam es zu ersten schlimmeren Gefechten, weshalb in der Kolonie der Ausnahmezustand verhängt wurde und 3000 männliche Afrikaner in Lager gesperrt wurden. Nachdem Verhandlungen zwischen Rebellen und Briten 1954 erfolglos verliefen, kam es zur Massendeportation von 10 000 Afrikanern und Bombenabwürfen der Royal Air Force auf angebliche Rebellengebiete. Ungefähr 4 000 Mau-Mau-Aktivisten standen ca. 13 000 britischen Soldaten und Kolonialtruppen gegenüber. Nach der Verhaftung eines der wichtigsten Führer der Rebellenbewegung beruhigte sich die Situation, bis im November 1956 die britischen Truppen abgezogen wurden. Die Gefechte haben insgesamt ca. 10 700 Tote gefordert, darunter aber nur knapp 500 britische Streitkräfte. Die KANU errang 1961 einen klaren Wahlsieg, schloss sich nach der Unabhängigkeit Kenias mit der Oppositionspartei zusammen und machte aus Kenia einen Einparteienstaat mit freimarktwirtschaftlichem Wirtschaftssystem.
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