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| Mazedonien | | 01.01.2001 - 13.08.2001 | | Klassifizierung: |
Bürgerkrieg |
| Angreifer: |
AKSh |
| Verteidiger: |
Mazedonien |
| Kriegschauplatz/-plätze: Europa |
Durch die regional und ethnisch ungleiche Entwicklung Mazedoniens nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu einer sozialen und wirtschaftlichen Benachteiligung der albanischen Minderheit des Landes, welche knapp ein Viertel der Gesamtbevölkerung ausmacht. Zudem separierten sich die slawischen Mazedonier zunehmend von den Albanern.
Der Unmut der in Mazedonien lebenden Albaner über diese Vorgänge äußerte sich u.a. durch Boykottierung des 1991 durchgeführten Plebiszits über die Unabhängigkeit Mazedoniens von Jugoslawien und Forderungen nach Änderungen der Verfassung zur Gleichstellung der albanischen Minorität, welche jedoch allesamt von den Mazedoniern abgelehnt wurden.
So kam es zu Unabhängigkeitsbestrebungen und der Gründung paramilitärischer Gruppierungen. Eine von ihnen, die Albanische Nationale Armee (AKSh) forderte einen panalbanischen Staat auf dem Balkan und verübte Anfang 2001 einen Anschlag auf eine mazedonische Polizeistation, darauf folgend kam es immer häufiger zu ähnlichen Aktivitäten.
Als sich ungefähr 200 albanische Guerillakämpfer im Februar des selben Jahres in dem Dorf Tanusevci verschanzten, kam es zu Kampfhandlungen mit der mazedonischen Polizei, welche das Dorf zurückerobern wollte.
Später wechselten die Partisanen ihren Operationsraum und begannen in der Nähe der Stadt Tetovo zu agieren, von wo aus sie jedoch von den Polizeikräften wieder in den Norden Mazedoniens zurückgedrängt wurden. Dort besetzten sie einige Dörfer; bis zum Juni weiteten sich die Auseinandersetzungen von erneuten Angriffen bei Tetovo bis in die Nähe der mazedonischen Hauptstadt Skopje aus, wodurch es zu einer knapp 100 000 Kopf starken Flüchtlingsbewegung der in den Kampfgebieten ansässigen Bevölkerung kam.
Durch internationale Bemühungen der Europäischen Union und der NATO kam es zu einem Waffenstillstand zwischen den Guerillas und den staatlichen Streitkräften - und schließlich zu einer künstlich gebildeten albanisch-mazedonischen Regierung, welche einen Friedensvertrag ausarbeiten sollte.
Im Rahmenabkommen von Ohrid wurde der albanischen Minderheit ein proportional zur Bevölkerung stehender Anteil politischem Mitspracherechts gewährleistet, außerdem wurde Albanisch in den Rang einer offiziellen Landessprache erhoben und diskriminierende Artikel aus der mazedonischen Verfassung gestrichen. Es folgte eine freiwillige Entwaffnung und Auflösung der albanischen UCK unter der Beaufsichtigung einer entsendeten NATO-Streitkraft.
Die derzeitige Lage gilt zwar als relativ stabil, jedoch könnte es auf Grund von weiterhin kämpferisch eingestellten albanischen Untergrundorganisationen immer wieder zu einer Destabilisierung der Region kommen.
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