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| Indien (Naxaliten) | | 01.01.1997 - - | | Klassifizierung: |
Bürgerkrieg |
| Angreifer: |
PWG, MCC |
| Verteidiger: |
Indien |
| Kriegschauplatz/-plätze: Asien |
Bedingt durch die britische Kolonialherrschaft liegt in den östlichen Unionsstaaten Indiens noch immer eine sehr ungerechte Verteilung des Grundbesitzes vor; Großgrundbesitzer beuten die Masse der zumeist kastenlosen und in Stammesverbänden lebenden Bevölkerung aus.
Als Ende der 1960er Jahre die Parteijugend der in Westbengalen an die Macht gekommenen Communist Party of India (Marxist) Streiks und Ausschreitungen gegen diese Missstände ins Leben rief, kam es 1967 in Naxalbari zur Auflehnung von Plantagenarbeitern gegen ihre Grundherren. Als die Parteiführung nun gegen ihre eigenen Mitglieder vorgehen musste, kam es zur Absplitterung der Naxaliten, einer Guerilla-Bewegung die sich nach dem oben genanntem Dorf benannte.
Diese versucht mit Überfällen auf staatliche Einrichtungen und Plantagen der reichen Grundherren, Bombenanschlägen, der Entführung von einflussreichen Geschäftsleuten und der Anzettelung von Revolten gegen die ungerechten Verhältnisse und die Regierungen der betroffenen Unionsstaaten vorzugehen.
Die Bewegung hat sich im Laufe der Zeit in mehr als 20 Fraktionen aufgesplittert, welche teilweise gegeneinander kämpfen; die größten Gruppen sind die People's War Group (PWG) und das Maoist Communist Centre (MCC).
Die Rebellion hat sich inzwischen auf 13 Unionsstaaten ausgeweitet und wird von der dortigen Bevölkerung größtenteils unterstützt, wodurch es zur Errichtung eines stabilen Machtbereiches kam, in dem die Naxaliten sogar eigene Infrastrukturen wie Volkstribunale eingerichtet haben und in denen es zu einer Neuverteilung des Ackerlandes kam.
Laut der AKUF der Universität Hamburg hat der organisierte Widerstand seit 1997 kriegsähnliche Ausmaße angenommen; durch die Vernetzung mit ebenfalls kommunistischen Widerstandskämpfern in Nepal soll die Errichtung einer Compact Revolutionary Zone (CRZ), also eines durchgehenden Machtbereiches kommunistischer Kräfte von Nordostindien und Nepal, erreicht werden.
Durch Rehabilitierungsangebote der indischen Regierung an die Aufständischen und die regionale Verfremdung zwischen Naxaliten und der Bevölkerung kam es in den letzten Jahren insgesamt aber zu einer Schwächung der Bewegung, obwohl in den von ihr kontrollierten Gebieten meist bessere Lebensumstände herrschen als in den staatlichen.
Seit 2004 kam es sowohl zu einer vermehrten Zusammenarbeit zwischen der PWG und dem MCC, als auch zu ersten Verhandlungen zwischen den Naxaliten insgesamt und der indischen Regierung, während jedoch die Aktionen gegen die Naxaliten bzw. gegen die Regierung zunahmen.
Ein Ende des Konfliktes ist somit nicht in Sicht.
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