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| Kamerun (Unabhängigkeitskrieg) | | 01.05.1955 - 01.12.1964 | | Klassifizierung: |
zwischenstaatlicher Konflikt |
| Angreifer: |
UPC |
| Verteidiger: |
Frankreich, Kamerun |
| Kriegschauplatz/-plätze: Afrika |
Die Region Kameruns wurde zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert ein Zentrum des europäischen Sklavenhandels und wurde schon zu dieser Zeit von abendländischen Kaufleuten, Sklavenhändlern und Missionaren besucht. Obwohl Gustav Nachtigal das Gebiet durch einen Vertrag mit ansässigen Stammesfürsten zu einem deutschen Schutzgebiet machte, wurde es nach dem ersten Weltkrieg von Großbritannien und Frankreich untereinander aufgeteilt. Im französischen Teil der alten deutschen Kolonie bildete sich aus Mitgliedern von Gewerkschaften die Union des Populations du Cameroun (UPC) als Widerstands- und Nationalbewegung, während der britische Teil ein eigenes Parlament innerhalb der Föderation Nigeria bekam und die Mehrheit aller dortigen Parteien eher einen Anschluss an Nigeria anstrebten. Ab Mai 1955 gab es organisierte Widerstände in den größeren Städten des französisch kontrollierten Gebiets, bei deren Niederschlagung Hunderte von Demonstranten getötet wurden und nach denen die Administration die UPC offiziell verbot. Deshalb flüchtete der Präsident der Partei sich in den britischen Teil Kameruns, wo er eine Exilregierung aufbaute. Dort kam es ebenfalls zu einem guerillaartigen Widerstand, der jedoch nach der Ermordung seines einflussreichsten Anführers verebbte. Frankreich erließ 1957 einen Beschluss, wonach Kamerun unabhängig werden sollte und bis zur Ausarbeitung einer Verfassung eine Übergangsregierung die Macht übernehmen sollte. Nach einigen weiteren Unruhen wandte sich ein Teil der UPC von der gewaltsamen Durchsetzung ihrer Ziele deshalb ab und trat in politisch legale Opposition zur Regierung. Der Rest der UPC wanderte ins Exil aus und setzte den Guerillakampf teilweise bis 1970 fort, jedoch waren die Hauptkampfhandlungen 1964 beendet. Dem Großbritannien gehörenden Südkamerun wurde in der nigerianischen Verfassungskonferenz von 1957 der Regionalstatus und ein eigenes Parlament zugesichert. Schließlich legte die UNO eine Resolution fest, laut der Kamerun am 1. Januar 1960 seine Unabhängigkeit erreichen sollte; von der UPC geforderte Wahlen wurden aber verneint. 1961 fand schließlich eine Volksabstimmung statt, nach deren Ergebnissen das britische Kamerun geteilt wurde: Der Norden wurde an Nigeria angeschlossen, während der Süden eine Föderation mit Französisch-Kamerum bildete. Nachdem der blutige Unabhängigkeitskampf zwischen den Jahren 1955 und 1970 knapp 20 000 Menschen das Leben gekostet hatte, wurde die Föderation im Juni 1972 friedlich aufgelöst und die Vereinigte Republik Kamerun ausgerufen.
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