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| Äthiopien (Oromo-Konflikt) | | 01.01.1976 - 01.01.1993 | | Klassifizierung: |
Bürgerkrieg |
| Angreifer: |
OLF |
| Verteidiger: |
Äthiopien |
| Kriegschauplatz/-plätze: Afrika |
Die Oromo sind mit ca. 13 Mio. Menschen eine der größten Ethnien Äthiopiens und leben hauptsächlich in den zentralen, südlichen und westlichen Teilen des Landes. Sie wurden von den Amhar, dem staatstragenden Volk des alten Abessinien erobert und mussten sowohl deren Sprache , als auch das Christentum als Religion annehmen. Zwischen 1942 und 1962 kam es immer wieder zu Aufständen unter dieser Bevölkerungsgruppe, die jedoch mit britischer und amerikanischer Hilfe niedergeschlagen wurden. So bildete sich 1974 eine Rebellenorganisation unter dem Namen Oromo Liberation Front (OLF), welche dem unterdrückten Volk seine Selbstbestimmung und einen selbständigen Staat, die Demokratische Volksrepublik Oromo geben wollte. Während der Ogaden-Aufstände wurde die OLF verstärkt bekämpft, da sie angeblich mit Somalia kooperiert haben soll. Scharfe repressive Maßnahmen wie umfangreiche Zwangsumsiedlungen sollten der OLF ihre Basis entziehen, doch kam es vor allem bis 1988 noch zu umfangreichen Gefechten. Nachdem die Zentralregierung Äthiopiens sich aufgrund der politischen Instabilität des Landes nicht mehr halten konnte, da der Staat die Abspaltung Eritreas und drei mächtige Rebellionsbewegungen nicht mehr stoppen konnte (in den Regionen Oromo, Tigray und Ogaden), wurde unter der mächtigsten Partei des Landes (EPRDF) eine Übergangsregierung gebildet, welche die OLF jedoch mit der Behauptung von Wahlbetrug wieder verließ. Da die OLF der Regierung außerdem weitere Verstöße gegen die Menschenrechte, u.a. Folter und Masseninternationen, vorwirft, kann von einer Beendigung des Konfliktes noch nicht die Rede sein. Jedoch kam es seit 1993 zu keinen größeren Kampfhandlungen. Das Land ist durch die vorangegangenen Bürgerkriege und immer noch schwelenden Spannungen ökonomisch und politisch sehr geschwächt, erst langsam erholt sich die Wirtschaft des Landes allmählich wieder. Die amtierende Regierungspartei EPRDF bemüht sich darum, den nach insgesamt 17 Jahren autoritärer Herrschaft abgesetzten Diktator Mengistu und seine ca. 1300 Helfer juristisch zur Rechenschaft zu ziehen, ihnen wird Völkermord und schwere Verletzung der Menschenrechte vorgeworfen. Der Staat wird mit ca. 1,2 Milliarden US-Dollar von der Weltbank, der Afrikanischen Bank für Entwicklungshilfe und der EU unterstützt.
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