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Äthiopien (Tigray-Konflikt)
01.01.1975 - 01.05.1991
Klassifizierung: Bürgerkrieg
Angreifer: TPLF, EPRDF
Verteidiger: Äthiopien
Kriegschauplatz/-plätze: Afrika

Tigray ist eine Provinz im Norden Äthiopiens mit ca. 5 Mio. Einwohnern. Die Region wurde im 19. Jahrhundert von Kaiser Menelika dem abessinischen Reich einverleibt, deren führende Schicht aus dem Volk der Amhar bestand. Obwohl beide Völker ethnisch gesehen eng miteinander verwandt sind, unterdrückten die Amhar die Tigray und verboten ihnen jegliche politische Tätigkeit. Erstes Anzeichen für die daraus resultierenden Spannungen waren Bauernaufstände im Jahre 1943.

1975 bildete sich die Tigray People’s Liberation Front (TPLF), eine marxistische Guerilla-Organisation aus ca. 10 000 Partisanen, welche im Gegensatz zu anderen regionalen Bewegungen in Äthiopien nicht die Unabhängigkeit vom Staatskörper, sondern nur weitest gehende Autonomie für den Tigray forderte. Zwischen 1975-85 kämpfte sie mit der marxistisch-leninistischen Volksbefreiungsfront Eritreas (EPLF) zusammen.
Bis 1979 konnte die TPLF große Erfolge erzielen: So eroberte sie einige Städte und die Hauptverbindungen zwischen der Hauptstadt Addis Abeba und dem wirtschaftlich wichtigen Roten Meer. Eine von Russland und Kuba unterstütze Gegenoffensive der äthiopischen Zentralregierung machte diese Fortschritte jedoch zunichte, auch wenn der Widerstand nicht gebrochen werden konnte. Trotzdem kontrollierte die TPLF fast 85 % der Region, jedoch wurden die Städte und Verkehrswege allesamt von der Regierungsarmee gesichert. Es zeigte sich, dass die Rebellenorganisation einen sehr starken Rückhalt in der Bevölkerung innehatte, weil sie diese während den schweren Hungersnöten von 1984 und 1987 wenigstens mit dem Grundbedarf an Nahrung versorgen konnte und so das Schlimmste verhinderte.

Wegen weiterer militärischer Fortschritte wurde der Diktator Äthiopiens, Mengistu, so stark in Bedrängnis gebracht, dass er den Rebellen in Rom Verhandlungen anbot, die jedoch ausgeschlagen wurden. Um nun nicht mehr eine regionale, sondern nationale Geltung zu erlangen, vereinigte sich die TPLF mit anderen nicht-tigrayischen Parteien zur EPRDF, die nach dem Zerfall der Zentralregierung die politische Führung des gesamten Landes übernahm und eine Nationalversammlung zusammenrief.

Insgesamt fanden in diesem Konflikt mehr als 20 000 Menschen den Tod.


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