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| Äthiopien (Eritrea-Konflikt) | | 01.01.1962 - 01.05.1991 | | Klassifizierung: |
Bürgerkrieg |
| Angreifer: |
ELF, EPLF |
| Verteidiger: |
Äthiopien |
| Kriegschauplatz/-plätze: Afrika |
Das Hauptgebiet des alten Kaiserreichs Abessinien lag im Hochland von Eritrea und Tigray und wurde von Italien 1890 als Kolonie eingenommen. Ab 1935 war es die Expansionsbasis der faschistisch-italienischen Eroberungsambitionen, doch wurde es schon 1941 von Großbritannien wieder befreit. Ab diesem Zeitpunkt war es ein Protektorat der Briten und wurde durch einen UNO-Beschluss 11 Jahre später in eine Föderation mit Äthiopien eingegliedert. Die durch das internationale Völkerrecht zugesicherte Autonomie Eritreas wurde vom äthiopischen Kaiser Haile Selassie jedoch aufgehoben und das Gebiet 1962 als Provinz des Reiches annektiert. Schon 1958 hatte sich in Kairo die Eritrean Liberation Front (ELF) gegründet, welche die Loslösung Eritreas vom abessinischen Kaiserreich forderte. Sie wurde sowohl von der Arabischen Liga als auch von einigen kommunistischen Regierungen unterstützt. 1970 spaltete sich die Eritrean Peoples Liberation Front (EPLF) von ihr ab, blieb aber durch ein loses Bündnis mit ihr verbunden. Als revolutionäre Truppen die Herrschaft des Kaisers stürzten, ließ die neue Regierung jedoch nicht nach die beiden Organisationen zu bekämpfen , sondern verstärkte die Anstrengungen sogar. Die ELF wurde von nomadischen Stämmen an der Grenze zum Sudan mit Waffen versorgt, doch riefen erste militärische Erfolge starke Gegenoffensiven hervor. Als der Sudan 1972 die Grenze wegen der großen Flüchtlingsströme schloss, kam es nicht nur zu Nachschubmangeln bei den Rebellen, sondern standen nun ca. 4 000 Partisanen fünfmal so vielen äthiopischen Soldaten gegenüber, da sich Erstere nicht mehr über die Grenze zurückziehen konnten. Nach verheerenden Dürren kam es zu Revolten unter der äthiopischen Armee und einem erneuten Sturz der Regierung. Die Rebellen griffen die regionale Hauptstadt Eritreas, Asmara, an, woraufhin der Ausnahmezustand verhängt wurde. 400 000 Menschen flohen nun aus den umkämpften Gebieten. Schließlich kontrollierte die Guerilla weite Teile der Region, doch wurden die geschwächten Regierungstruppen nun von der UdSSR und Kuba unterstützt, die bei diesem Konflikt die Seiten gewechselt hatten. Nach einem weiteren Zurückdrängen der Partisanen konnten sie jedoch nicht vernichtet werden, sondern führten schon bald darauf einen Großangriff auf die Garnison von Af Abet durch, durch deren Einnahme die inzwischen stärkste Kraft EPLF das umliegende Land, die Truppen in der Stadt und die wichtige Verbindung von Addis Abeba zum Roten Meer kontrollierten. Niederlagen der äthiopischen Armee an mehreren Fronten des Landes zwangen den Diktator Mengistu am 22. Mai 1991 in das Exil nach Zimbabwe zu fliehen, ein Nahestehender aus seinem engstem Umfeld übernahm die Macht. Sechs Tage später marschierten die Rebellen der EPRDF in Addis Abeba ein und wurden später die Regierungsmacht im äthiopischen Staat. Die EPLF bildete in Eritrea eine eigene Regierung bis ein UN-Referendum die unklare Situation festigte und die Unabhängigkeit Eritreas besiegelte. Der Fokus ihrer weiteren Arbeit lag auf der Demokratisierung des Staates, der Einführung des Mehrparteienprinzips und dem Wiederaufbau der Wirtschaft.
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