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| Zypern I | | 01.04.1955 - 24.02.1959 | | Klassifizierung: |
Bürgerkrieg |
| Angreifer: |
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| Verteidiger: |
Großbritannien |
| Vermittler: |
Griechenland, Türkei |
| Kriegschauplatz/-plätze: Europa |
Die Insel Zypern wurde kulturell gesehen schon immer stark von Griechenland beeinflusst. Erst mit der osmanischen Eroberung 1571 und dem damit verbundenen fast 300 Jahre währenden Einfluss türkischer Administration wurde der Grundstein für den bis in die heutige Zeit überdauernden Gegensatz zwischen der griechischen Bevölkerungsmehrheit (ca. 80%) und der türkischen Minderheit (20%) gelegt. Nach der britischen Annektierung der Insel als Kolonie im Jahre 1914 wurde der Zwiespalt durch die neue Verwaltung noch verschärft: während die griechischen Zyprioten die Unabhängigkeit Zyperns bzw. den Anschluss an das griechische Mutterland anstrebten, gewann Großbritannien die türkischstämmige Minderheit für sich und stabilisierte so ihren Machtanspruch. Anfang der 1950er bildete sich die EOKA [„Nationale Organisation zypriotischer Kämpfer“], die durch terroristische Aktivitäten die Unabhängigkeit Zyperns von Großbritannien und die Bindung an Griechenland erzwingen wollte. Die Kolonialmacht versuchte, den Gegensatz zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen für sich zu nutzen und hetzte die türkischen Zyprioten gegen die aus griechischen Zyprioten bestehende EOKA auf. Das Resultat waren bürgerkriegsähnliche Zustände. Trotz Massenverhaftungen und der militärischen Überlegenheit gelang es Großbritannien nicht, die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Der zuvor ins Exil geschickte Erzbischof Makarios III sollte als Vermittler zwischen Kolonialadministration und Aufständischen fungieren; ihm gelang es als Kompromisslösung die Unabhängigkeit Zyperns zu erreichen, ein Anschluss an Griechenland wurde damit erst einmal verhindert. Der 1959 geschlossene Dreimächtevertrag zwischen Großbritannien, der Türkei und Griechenland gab die Rahmenbedingungen für eine erste zypriotische Verfassung vor; so wurde zum Beispiel eine Beteiligung an der Regierung und ein besonderes Vetorecht für die türkische Minderheit der Insel erwirkt. Die drei Staaten behielten sich außerdem das recht vor, Militärstützpunkte auf der Insel zu unterhalten, um im eventuellen Krisenfalle intervenieren zu können. Makarios III wurde erster Staatspräsident Zyperns.
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