Nachdem eine Gruppe EOKA-Aktivisten und griechischer Offiziere der Nationalgarde Zyperns gegen den Staatspräsidenten Zyperns putschten und den Anschluss Zyperns an Griechenland bekannt gaben, landeten am 20. Juli 1974 ca. 6.000 türkische Soldaten im Norden der Insel und besetzten einen großen Teil der dortigen Küste, die später als Brückenkopf für weitere 40.000 nachrückende Soldaten diente. Die Türkei besetzte mehr als ein Drittel der Insel.
Ergebnis dieser Intervention war die endgültige Teilung der Insel: Entlang der sogenannten Attila-Linie, einem 105 km langen von Westen nach Osten verlaufenden Grenzstreifen wurde eine neue Grenze aufgebaut. 200.000 griechische Zyprioten flohen aus Angst vor den Besatzern in den Süden des Landes, während ebenfalls ca. 60.000 türkische Zyprioten aus dem Süden in den Norden vertrieben wurden.
Die Putschisten, welche nun nur noch den Südteil der Insel kontrollierten, konnten sich nicht lange halten, noch im gleichen Jahr kehrte Makarios aus dem Exil zurück und übernahm erneut die Regierungsgeschäfte. Der türkisch besetzte Norden weigerte sich jedoch, ihn als Staatsoberhaupt anzuerkennen und rief seine Autonomie aus. 1983 wurde schließlich die Türkische Republik Zypern ausgerufen, die international jedoch nur von der Türkei anerkannt wird.
Der Süden Zyperns ist seit dem 1.Mai 2004 Mitglied der EU, während der Nordteil mit einem Handelsembargo des Europäischen Gerichtshofes belegt wurde. Ein zuvor unter UN-Generalsekretär Kofi Annan ausgearbeiteter Friedensplan für eine gemeinsame Föderation beider Teilstaaten wurde vor allem von der Bevölkerung des griechischen Teilstaates abgelehnt, da sie sich darin im Gegensatz zur türkischen Minderheit übervorteilt sah.