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Die perfekte Gesellschaft
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BeitragVerfasst am: Do Okt 17, 2002 8:10 pm


Meine Güte, selbst der liberale Kapitalismus wäre perfekt, wenn er funktioneren würde - bzw. der Liberalismus! Ebenso die Monarchie, mit einem liberalen, gemäßigten, strengen und sozialem Herrscher!

Alles ist in seiner Theorie perfekt, doch die Wirklichkeit sieht ein wenig anders aus, als die Praxis.

Diese Diskussion kommt so nicht voran, es entwickelt sich zu einem hin und her - jeder versucht mit seinem Wissen zu argumentieren - das macht so keinen Sinn.

Nun frage ich mal anders:
Welche Kriterien müssen erfüllt sein, um eine Gesellschaft "perfekt" nennen zu können? - Natürlich unter Berücksichtigung des menschlichen Faktors und der Umsetzungsfähigkeit.


Blubb
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BeitragVerfasst am: Do Okt 17, 2002 10:28 pm


das problem mit dem kapitalismus ist doch dass der wettbewerb nicht demokratisch ist im sinne des mündigen bürgers.
wer ´nicht zum mainstream gehört muss mehr resourcen für die gleiche subjektive qualität aufwenden.
wer dass kapital hat bestimmt den wettbewerb. der neoliberalismus versucht darüber hinwegzusehen und bezeichnet es als natürliche entwicklung.
der neoliberalismus als ende der geschichte ist keine lösung.
gerade die derugulierung der medien durch neoliberale ist gefährlich da er fast gehirnwäsche gleicht und eine pauschale toleranz verteidigt die im grunde die moderne intoleranz ist.
ich denke unabhängige medien sollten der erste schritt zur besseren gesellschaft sein. vielleicht ein stark demokratisierter medienkommunismus?
ausserdem müsste der beruf des managers oder firmenbossen(die ganzen bonzen halt das eine prozent das 25 prozent des kapitals besitz) durch einen demokratischen prozess ersetzt werden.
((ausserdem (nur mal so ein vorschlag) könnte man den demokratischen prozess an eine art psychologische und bildungs eignungtest die der gesamtgesellschaftliche verantwortlichkeitsfähigkeit misst zu knüpfen(dass setzt allerdings eine klare ideologie vorraus --die im zweifelsfal auch verworfen und angepasst werden kann)))
dass die kapitalanhäufung so nicht weiter gehen kann ist auch auf die letztendliche rationalisierung der arbeitsstellen zurückzuführen oder sollen immer mehr nur wegen der rahmenbedingungen in niedriglohnjobs arbeiten.
der einzige schritt der in eine vernünftige zukunft führt ist der weg weg vom neoliberalismus. ansonsten verkommen wir in einer erneuten adelsherschaft nur diesmal von den konzernen(den wahren illuminaten)
mit geringer entscheidungs freiheit und mit geistiger normung.
so damit das auch jemand liest hör ich mal auf und mach das nicht zu lang


struppo_gong
Inventar


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BeitragVerfasst am: Do Okt 17, 2002 11:58 pm


@ Blubb

Träumst du? Der liberale Kapitalismus läuft und läuft und läuft! Von nicht funktionieren kann nicht die Rede sein. Es ist zwar ein anti-ökologischer und künstlich Aufrecht erhaltender Prozess aber es läuft!


_________________
Die Amerikaner sind das einzige Volk, das den technischen Fortschritt erreicht hat, ohne den Umweg über die Zivilisation zu nehmen.

Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, daß wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen.

SentByGod
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BeitragVerfasst am: Fr Okt 18, 2002 6:20 am


Blubb hat folgendes geschrieben:
Alles ist in seiner Theorie perfekt, doch die Wirklichkeit sieht ein wenig anders aus, als die Praxis.


Darum geht es hier aber nicht! Hier geht es um die Theorie!

Blubb hat folgendes geschrieben:
jeder versucht mit seinem Wissen zu argumentieren


Laughing
Womit würdest DU denn argumentieren?
Halt, warte, sag's mir nicht, ich will's gar nicht wissen! Laughing

Blubb hat folgendes geschrieben:
Welche Kriterien müssen erfüllt sein, um eine Gesellschaft "perfekt" nennen zu können? - Natürlich unter Berücksichtigung des menschlichen Faktors und der Umsetzungsfähigkeit.


Gar keine! Wenn wir hier den menschlichen Faktor und die Umsetzungsfähigkeit berücksichtigen würden, wäre der ganze Thread vollkommen sinnlos, da die perfekte Gesellschaft nicht umgesetzt werden kann (egal, wie sie nun aussehen möge), weil der Mensch selbst nicht perfekt ist.

Wenn wir die Umsetzbarkeit hier mit berücksichtigen, können wir den Thread gleich dichtmachen!


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Tarvoc
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BeitragVerfasst am: Sa Okt 19, 2002 10:09 am


wenn ich mir den threat hier so durchlese fällt mir eines besonders auf.
Es wurde größtenteils über vergangene Gesellschaftsformen geredet.
Sicher ist es wichtig sich die Vergangenheit anzusehen um daraus für die zukunft zu lernen. Aber muß ich mich auch daran festhalten ?

Wenn ich davon ausgehe das Gedanken ein Kraft sind die unsere Zukunft beeinflußt, ist es schade zu hören/lesen ....
"nein wir können keine gerechte Gesellschaft leben"

Man muß an das unmögliche Glauben um es verwirklichen zu können.
Wenn ich noch nicht einmal bereit bin daran zu glauben, das es eine gerechte und perfekte Gesellschaftsform gibt,
Wie soll es dann jemals einen Raum dafür geben, dass sie entstehen könnte?????

Ich wünsche mir für die Zukunft Menschen die an sich und auch an ihre Gemeinschaft glauben.


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sillyLilly
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BeitragVerfasst am: Sa Okt 19, 2002 12:22 pm


@sillylilly

Zitat:
Man muß an das unmögliche Glauben um es verwirklichen zu können.
Wenn ich noch nicht einmal bereit bin daran zu glauben, das es eine gerechte und perfekte Gesellschaftsform gibt,
Wie soll es dann jemals einen Raum dafür geben, dass sie entstehen könnte?????


du sagst es!

ich kann es immer nicht nachvollziehen, das zu den vorherrschenden gesellschaftsysthemen, insbesondere (aber nicht nur) der kapitalismus, der uns an den rand des untergangs gebracht hat, keine (lebbare)alternative gesehen wird.
im gegenteil, immer noch werden diese systheme trotz ihrer kaputt-und lebensfeindlichkeit als non plus ultra gesehen.
andere überlegungen werden dann schnell auseinandergenommen und als traumtänzerei hingestellt.
wie sehr wir alle manipuliert und konditioniert sind, zeigt sich doch gerade in dieser frage.
irgendwie verkehrte welt.
mit wehenden fahnen in den untergang, oder wie????


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weder töten und verraten sie,
aber nur mit ihrer stillschweigenden Zustimmung
gibt es auf der Welt Mord und Verrat.

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samhain
Redakteur
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BeitragVerfasst am: Sa Okt 19, 2002 2:27 pm


@ Samhain, SillyLilly: Ich finde es... interessant, dass ihr erstaunt seid, dass wir alle an die Undurchführbarkeit unserer eigenen Ansätze glauben, aber selbst keine Vorschläge vorbringt, die durchführbar wären.

Btw. ich glaube, dass Anarchie funktionieren kann. Nur eben jetzt noch nicht. Very Happy


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Tarvoc
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BeitragVerfasst am: Sa Okt 19, 2002 7:01 pm


Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Das kommt darauf an, wie du "erfinden" definierst. Er hat den Begriff geprägt, und zwar als Ausdruck dessen, was er sich unter einer vollkommenen Gesellschaft vorstellte.
Bis jetzt hast du mir jedenfalls noch nicht die Definition dessen vorgelegt, was du unter "Kommunismus" verstehst.

Erstmal ist der Kommunismus selber eigentlich keine Gesellschaftsform, so hat es auch Marx gesehen:
"Der Kommunismus ist für uns nicht ein Zustand, der hergestellt werden soll, ein Ideal, wonach die Wirklichkeit sich zu richten haben wird. Wir nennen Kommunismus die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt."

Das Ziel des Anarchismus/Kommunismus ist die klassenlose Gesellschaft, dafür ist es notwendig das Privateigentum und den Staat aufzuheben.

Kommunistische/sozialistische* Gesellschaftsentwürfe gab es allerdings schon lange vor Marx, er hat den Begriff lediglich als Beschreibung für seine Theorien übernommen.

*Beide Begriffe wurden damals gleich verwendet

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Vielleicht funktioniert es auch gar nicht (deswegen das Fragezeichen hinter dem "noch"). Aber wenn es funktionieren würde, wäre es auf jeden Fall perfekt!

Auch die Anarchie wird nicht perfekt sein. Das ist auch überhaupt nicht nötig, wichtig ist stattdessen, dass sie eine Lösung für viele Probleme unserer Gesellschaft darstellt.

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Denkfehler! Wenn die Leute selber denken und nicht mehr einfach tun, was die Mächtigen von ihnen wollen, sondern was sie selbst für richtig erachten, gibt es überhaupt keine Macht mehr! Also auch niemanden, der sich weigern könnte, sie abzugeben!

Genau das ist doch mit Revolution gemeint. Wink
Die Revolution wird vor allem eine soziale Revolution sein, in der hierarchische Strukturen abgebaut und alternative Strukturen aufgebaut werden.
Revolution bedeutet nicht automatisch Gewaltanwendung, das haben oft erst die Konterrevolutionen daraus gemacht.
Die Geschichte zeigt deutlich, dass die Herrschenden niemals freiwillig auf ihre Macht verzichten und deshalb auch nicht davor zurückschrecken werden, revolutionäre Bewegungen mit nackter Gewalt zu zerschlagen.
Wenn es also zur Konterrevolution kommen sollte, kann es durchaus notwendig werden, die Errungenschaften der Revolution mit Gewalt zu verteidigen.

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Müll! Auch die Räte haben ja Herrschaft ausgeübt!
Es spielt für mich auch nicht wirklich eine Rolle, ob sie sich nun anarchistisch nannten oder nicht, sie waren's auf jeden Fall nicht! Ebenso, wie die Sovietunion nie kommunistisch war.

Du musst zwischen der Revolution und ihrem schliesslichem Ergebnis unterscheiden, in der Revolution existieren eine Menge anarchistischer Strukturen, die aber von den Bolschewiki nach und nach verdrängt wurden.
Räte sind eine typisch anarchistische Organisationsform, die noch auf Proudhon und Bakunin zurückgeht. Es sind direktdemokratische Basisorganisationen die sich freiwillig in Föderationen zusammenschliessen, Delegierte sind an ein imperatives Mandat gebunden.

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ich verstehe deine Frage in diesem Kontext nicht.

Du argumentierst, dass der Erfolg des Anarchismus unmöglich wäre, weil er den Staat ablehnt.
Inwiefern meinst du, dass ein Staat notwendig sei?

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Irrelevant! Es geht um die zwei großen Hauptströmungen!

Wobei anarchistischer Kommunismus keine Form von Marxismus ist, auch wenn beide viele Ideen teilen.

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Btw. meiner Meinung nach haben nicht-antiautoritäre Strömungen genauso wenig das Recht, sich Marxisten zu nennen, wie Paulus das Recht hatte, sich Christ zu nennen.
Entweder, man nimmt die Grundlagen der Lehre eines Ethikers beim Wort, oder man kann sich nicht ernsthaft als Anhänger dieser Lehre bezeichnen!

Marx war aber leider kein Anti-Autoritärer*, deshalb haben sich die Anarchisten ja damals von den Marxisten getrennt, infolgedessen ist auch die 1. Internationale zugrunde gegangen.
Auch wenn der Leninismus eindeutig eine Vergewaltigung der Theorie darstellt, beruft er sich nicht völlig zu Unrecht auf Marx.
Anti-autoritärer Marxismus ist erst im 20. Jahrhundert als Gegenbewegung zum Leninismus entstanden, hat allerdings bisher noch keine allzu große Rolle gespielt.

*Das bedeutet natürlich nicht, dass er nicht für eine anti-autoritäre Theorie verwendet werden könnte.

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Autoritären Kommunismus halte ich für einen Widerspruch. Wenn eine Gesellschaft autoritär ist, kann der Kommunismus nicht wirklich konsequent durchgesetzt worden sein (da die Autoritäten ja in jedem Fall immer noch mehr Macht und somit notwendigerweise auch mehr Besitz haben als die anderen Bürger).

Es geht dabei um die Methoden und nicht etwa um die angestrebte Gesellschaftsform. Auch Lenin und Mao hatten die herrschaftsfreie, klassenlose Gesellschaft zum Ziel, erreicht haben sie das genaue Gegenteil!


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BeitragVerfasst am: Sa Okt 19, 2002 7:06 pm


SentByGod hat folgendes geschrieben:

Der liberale Kapitalismus läuft und läuft und läuft! Von nicht funktionieren kann nicht die Rede sein.
Das ist doch gerade unser Problem. Wink

User Nr. 1286
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BeitragVerfasst am: Sa Okt 19, 2002 7:15 pm


Blubb hat folgendes geschrieben:
Welche Kriterien müssen erfüllt sein, um eine Gesellschaft "perfekt" nennen zu können? - Natürlich unter Berücksichtigung des menschlichen Faktors und der Umsetzungsfähigkeit.

Eine "perfekte" Gesellschaft ist schwer vorstellbar und deshalb auch in keinster Weise umsetzbar.
Aber kommt es denn überhaupt auf die Perfektion an?
Haben wir nicht viel dringendere Probleme, die es zu lösen gilt?
Auch wenn der Thread "Die perfekte Gesellschaft" heißt, geht es mir persönlich vor allem um realistische Alternativen zum gegenwärtigen System und nicht darum, einem unverwirklichbarem Ideal hinterherzulaufen.


User Nr. 1286
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BeitragVerfasst am: Sa Okt 19, 2002 10:59 pm


Zitat:

Auch wenn der Thread "Die perfekte Gesellschaft" heißt, geht es mir persönlich vor allem um realistische Alternativen zum gegenwärtigen System und nicht darum, einem unverwirklichbarem Ideal hinterherzulaufen.


Auf auf zur Anarchie?!? Deine bisherigen (älteren) Postings klangen aber alles andere als realistisch! Oder nennst du Anarchie, Kommunismus und alle den Kram für verwirklichbare Ideale, denen mal hinterherlaufen sollte?


enothep
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BeitragVerfasst am: So Okt 20, 2002 1:21 am


enothep hat folgendes geschrieben:

Auf auf zur Anarchie?!? Deine bisherigen (älteren) Postings klangen aber alles andere als realistisch!

Darüber lässt sich ja streiten. Wink
enothep hat folgendes geschrieben:
Oder nennst du Anarchie, Kommunismus und alle den Kram für verwirklichbare Ideale, denen mal hinterherlaufen sollte?

Ich laufe keinen Idealen hinterher, ich mache mir Gedanken über Alternativen zu unserer Gesellschaft. Ich bin mir darüber bewußt, dass nichts perfekt ist, aber wenn wir unsere Welt nicht ändern, sehe ich ehrlich gesagt keine Zukunft mehr für die Menschheit.


User Nr. 1286
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BeitragVerfasst am: So Okt 20, 2002 2:38 pm


Ich bin zwar offensichtlich wieder etwas zu spät, da sich die Diskussion mittlerweile wieder gelegt hat, aber ich möchte doch noch einige Worte an jemanden richten, an Blubb. Und an alle anderen im Prinzip auch...

Anarchie hat gar nichts, aber schon wirklich gar nichts mit Faustrecht zu tun. Und ich will das jetzt auch wenn es schon oft gesagt wurde betonen. Das Recht des Stärkeren ist etwas ganz anderes als Anarchie. Ich weiß nicht warum Menschen immer dann wenn es heißt, dass sie nicht beherrscht werden, gleich daraus schließen, dass das große Chaos ausbringt. Es ist doch so, Herrschaftslosigkeit bedeutet, dass es gar keine Herrschaft gibt, dass niemand herrscht, dass jeder das gleiche Recht auf Freiheit hat. Natürlich hat diese Freiheit Grenzen, und zwar dort wo die Freiheit des anderen beginnt.
Wir brauchen auch keinen Staat der uns sagt was richtig oder falsch ist, dass können Menschen selbst, deshalb haben wir ja auch unseren Verstand. Sonst könnten wir uns alle Lemminge nennen und den ersten Lemming nachlaufen bis ins Verderben. Und ich glaube wir sind uns einig, dass wir das nicht wollen. Jeder Mensch kann also für sich rechtfertigen was er für richtig und was für falsch hält. Er kann alles in seinem Rahmen tun, aber er soll andere Menschen zufrieden lassen, wenn sie ihren Freiraum beanspruchen. So einfach ist das. Man braucht keine Mächte die Kontrolle ausüben, man kontrolliert sich selbst. Dazu sind Menschen auch in der Lage.
Der Grund warum Anarchie im Moment nicht funktioniert ist die Unwilligkeit der Menschen Verantwortung zu tragen und die Konsequenzen für sein Handeln zu akzeptieren. Menschen neigen dazu sich irgendwo anders zu orientieren, damit sie später die Schuld jemand anderen geben können. Das ist traurig, aber das könnten wir überwinden. Der Kapitalismus und seine Anhänger nutzten natürlich die momentan herrschenden Umstände. Es liegt an uns selbst zu sagen, dass wir uns nicht mehr beherrschen lassen wollen, und unsere Freiheit wollen, weil sie uns zusteht. Anarchie scheitert auch an den Vorurteilen die in uns geprägt wurden - vom Kapitalismus. Die wenigsten glauben an Utopien. Utopien gelten in unserer Gesellschaft immer als etwas nicht realisierbares. Das ist Blödsinn. Wenn nicht glaube ich ab jetzt nicht mehr an Autos. Die waren auch irgendwann eine Utopie. Dann glaube ich auch nicht mehr an Raketen. Es war früher eine Utopie ins Weltall zu reisen, also kann es das nicht geben. Und Telefone? Nein, gibt es nicht - Utopie. Kann es ja nicht geben. Und ich schreibe auch gar nicht, weil es gibt nämlich weder Computer noch das Internet, das ist alles eine Utopie gewesen. Und Utopien gehen ja nicht in Erfüllung... nein, wie denn auch... was es nicht gibt kann es nie geben, denn es gibt ja keine Veränderung, alles steht still und in wirklichkeit gibt es uns ja auch nicht, weil evolution kann es dann auch nicht geben...
Also ist die Message durchgedrungen. Nur weil heute etwas nicht gleich auf Anhieb funktionieren kann, heißt das nicht, dass es morgen nicht möglich sein kann. Es fehlen einfach noch die notwendigen Voraussetzungen. Ein Umdenken ist notwendig, und da ich Menschen wirklich Intelligenz zutraue (immer noch) und an das Gute im Menschen glaube (immer noch) glaube ich, dass wir diesen Zustand des Egoismus und der Profitgier überwinden werden und einer besseren Zukunft entgegenblicken. Wenn nicht löst sich das Problem Menschheit vermutlich ganz schnell selbst. Ich für meinen Teil bin aber Idealist und glaube, dass man die Welt verändern kann, und zwar ganz einfach sogar von zuhause aus: Durch Umdenken. Dazu muss man weder aufstehen, noch sich bewegen, man muss dafür nur für ein paar Stündchen seinen Kopf einschalten und realisieren was in dieser Welt schiefläuft. An alle die immer noch an die "Heile Welt" glauben (soll es ja geben...) empfehle ich Bücher von Noam Chomsky zu lesen (besonders: Profit over People) und all jene die immer noch glauben, dass sich nichts verändern kann: In der Wissenschaft gibt es immer wieder Paradigmen. Gibt es ein neues Paradigma hört das alte nicht dadurch auf, dass die alten Wissenschaftler umdenken, die alten Theorien sterben aus. Das dauert zwar einige Generationen aber wenn wir etwas realistisch sein wollen: Vielleicht müssen wir erst einmal alle tot sein, damit unsere Kinder, Enkel oder Urenkel vielleicht erst viel später ganz andere Vorstellungen haben. Aber da ich etwas optimistischer bin: Ich glaube auch ganz sture, engstirnige Menschen sind in der Lage umzudenken. Wer glaubt, dass sich nichts verändern kann ist meines erachtens sehr, sehr naiv, denn das Leben besteht aus Veränderungen, und warum sollte sich denn nichts zum positiven entwickeln.

Tut mir leid, wenn der "Ton" meines Textes passagenweise etwas hart klingen sollte.

Noch was: Ich glaube an Utopien. Aber ich glaube es liegt in der Hand jedes einzelnen ob sie zur Realität werden.


_________________
"We cannot be sure of having something to live for unless we are willing to die for it." - Che Guevara
www.choose-freedom.at.tt

Eriâwen
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BeitragVerfasst am: So Okt 20, 2002 8:49 pm


@eriâwen

Zitat:
Ich weiß nicht warum Menschen immer dann wenn es heißt, dass sie nicht beherrscht werden, gleich daraus schließen, dass das große Chaos ausbringt.


fast alle gesellschaftssysteme sind auf herrschaft und der damit einhergehenden kontrolle ausgelegt. die meisten menschen sind dermaßen darauf konditioniert worden, das sie sich etwas anderes garnicht mehr vorstellen können. der teufel in gestalt des großen, alles verschlingenden chaos wird von den herrschenden gerne an die wand gemalt. das aber gerade das zur zeit (und fast zu allen zeiten, nur in seinen auswirkungen damals nicht so global) herrschende system, das ja angeblich für ordnung stehen soll, an allen ecken und enden bröckelt und selbst immer mehr in ein großes chaos ausartet, worauf dann die staatliche kontrolle wiederum erhöht wird, begreifen zwar immer mehr menschen, aber die große masse scheinbar noch nicht.

Zitat:
Der Grund warum Anarchie im Moment nicht funktioniert ist die Unwilligkeit der Menschen Verantwortung zu tragen und die Konsequenzen für sein Handeln zu akzeptieren. Menschen neigen dazu sich irgendwo anders zu orientieren, damit sie später die Schuld jemand anderen geben können
.

wahre worte, die es echt auf den punkt bringen.
wenn jeder diese verantwortlichkeit für das ganze, die beinhaltet, den blick deutlich über den tellerrand auszuweiten, verinnerlicht, würde das den blick ungemein schärfen.
mitgefühl und der wille ( die umsetzung nicht zu vergessen!), die vielen dinge, die im argen liegen zu verändern, wäre nicht eine hohle phrase, die man sich ab und zu in sentimentalen momenten (z.b. weihnachten...) leistet, sondern ein bestandteil des täglichen lebens.
daraus können ungeahnte positive energien entstehen, die heute noch in so vielen desillusionierten, einsamen körpern gebunden sind und dem wort "leben" eine ganz andere bedeutung geben könnte...

Zitat:
Noch was: Ich glaube an Utopien

dann sind wir ja schon zwei... Wink

da fällt mir noch ein guter text ein, den ich mir vor langer zeit mal aufgeschrieben habe:

ATEMNOT

wir werden diese stadt bevölkern
als leichnam am asphalt
bis jeder tritt nach uns getreten
im kopfe widerhallt.

wir werden viele wunden haben
bevor der große schrei beginnt
bevor an schönen hohen wänden
das neonlicht zerrinnt.

wir werden alles ganz zerschlagen
die worte und den stein
doch an den spitzen unserer sehnsucht
wird nichts zerbrochen sein.

wir werden so ein leben wagen
wie es noch keiner kennt
wo jeder blick und augenblick
unendlich brennt.

wir werden hoch zum himmel wachsen
wir werden alles überschatten
das blut, das durch die straßen rinnt
wird unser anlitz tragen,
weil wir es sind.

wir werden alles überschatten.


_________________
Fürchte dich vor den Gleichgültigen,
weder töten und verraten sie,
aber nur mit ihrer stillschweigenden Zustimmung
gibt es auf der Welt Mord und Verrat.

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samhain
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BeitragVerfasst am: Do Okt 24, 2002 12:29 pm


@tarvoc
vielleicht mag es für dich als ein kleiner frommer wunsch am rande untergegangen sein Wink


Zitat:
Ich wünsche mir für die Zukunft Menschen die an sich und auch an ihre Gemeinschaft glauben


das hab ich nicht nur so geschrieben. Das ist ein sehr konkreter Wunsch und Vorschlag.
Gruß Lilly


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sillyLilly
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