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 Anm.Dat: Oct 17, 2002 Beiträge: 6
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Verfasst am: Di März 25, 2008 7:11 pm Titel: Diskussion zum Thema: Olympia 2008 - Spiele für den Frieden? |
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Olympia 2008 - Spiele für den Frieden?
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| Zitat: | 13. Juli 2001: Peking (Beijing) wird vom IOC zum Ausrichter der Olympischen Spiele 2008 gewählt und setzt sich gegen die Mitbewerber Paris, Toronto, Osaka und Istanbul durch.
Unter dem Slogan "One World, One Dream" werden die Spiele "zu Hause beim kommunistischen Feind der Menschenrechte" stattfinden. Der Olympische Geist, der für Frieden, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit für alle Menschen steht, wird sich im Lande der Todesurteile, der Zensur und Kinderarbeit sicherlich wohl fühlen.
Unverständlich die Entscheidung des IOC, die Spiele zu vergeben, ohne eindeutige Bedingungen an China zu stellen - unverständlich ebenso die mehr als verhaltenen Reaktionen auf die jüngsten Vorfälle und die Aussage, dass man immer noch "glücklich" mit der Wahl Chinas als Austragungsort sei.
"Wir glauben, dass die Spiele ein hervorragender Katalysator für den Wandel sind", ließ IOC-Präsident Jacques Rogge verlauten. Von Wandel ist derzeit - kurz vor Beginn der Spiele - aber recht wenig zu sehen.
Der wirkliche Grund für die Wahl des IOC, China 2008 zum Austragungsort zu machen, ist wohl ein anderer: Die vom damaligem IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch angestoßene Kommerzialisierungswelle ist nicht mehr aufzuhalten und spült, gleich einem Tsunami, Werte und Moral davon. Das "Produkt Olympische Spiele", das die "Firma IOC" vertreibt, richtet sich nach den Gesetzen des Kapitalismus - und diese werden nicht von Moral und Idealen bestimmt, sondern von Firmen und ihren Managern, die am entstandenen "Goldrausch" in China beteiligt sein möchten. Es geht um horrende Summen, und der Markt China verheißt allen Sponsoren für die Zukunft glänzende Geschäfte. Diesen Managern ist es egal, dass China sein Wirtschaftswachstum durch Gewalt und Diebstahl erreicht. China - global gesehen vielleicht gerade mal in den 60er Jahren angekommen - ist keinesfalls eine "High Tech"-Nation wie man uns mit dem Motto "High-Tech-Olympische Spiele" weismachen will. Unlizensierte Produkte aus China gleichen eher einer schlechten Schwarzweißkopie und sind oft eine Gefahr für Leib und Leben, welches in China eben kaum einen Wert besitzt. Aber die Möglichkeit in China fast zum Nulltarif zu produzieren, um teuer in westlichen Ländern zu verkaufen, ist wie Crack für die Wirtschaftsbosse.
Neuen Zündstoff für die öffentliche und politische Diskussion bezüglich der moralischen Rechtmäßigkeit, dass ein Staat wie die Volksrepublik China zum Austräger der Olympischen Spiele 2008 wurde, bieten die jüngsten Unruhen in den Himalaja-Provinzen der VR, die auf tibetischem Kultur- und Siedlungsraum liegen. Sicherlich ist der Zeitpunkt der Aufstände, welche die Region erfassten, nicht willkürlich gewählt; da die Volksrepublik in diesem Jahr besonderen im Fokus der Öffentlichkeit steht und somit dem Leiden Tibets vielleicht endlich Gehör geschenkt wird.
Schien es Anfang des neuen Jahrtausends noch zu einer Entspannung der Tibetisch-Chinesischen Beziehungen zu kommen, eskalierte die Situation seit März diesen Jahres; nach Protesten der tibetischen Bevölkerung gegen die Chinesische Unterdrückung wurde die Region von der Regierung in Peking völlig abgeschottet, internationale Journalisten ausgewiesen und mit sadistischer Gewalt gegen jegliche tibetische Proteste vorgegangen.
Die Chinesische Regierung macht den Dalai Lama für die Unruhen verantwortlich und brandmarkt ihn als "staatszersetzenden Terroristen", während er selbst weiterhin an der Gewaltlosigkeit des Protestes festhält und den Tibetern ankündigte, im falle eines gewaltsamen Widerstandes von seinen Funktionen in der tibetischen Exilregierung zurückzutreten. Der Großteil der chinesischen Bevölkerung unterstützt den Kurs ihrer Regierung - durch Zensur der Medien, staatliche Propaganda und brutales Vorgehen gegen Kritiker gibt es nur wenig bis keine Gegenstimmen in der chinesischen Öffentlichkeit.
Die chinesischen Argumentation für den unauflösbaren Verbleib Tibets als chinesisches Territorium durch einen "historische Anspruch" der Volksrepublik China auf Tibet ist zudem völkerrechtlich von geringer Bedeutung: Zum einen war Tibet bis von 1914-1949 laut internationalen Verträgen eigenständig, auch wenn China das Shimla-Abkommen nicht unterzeichnet hat, zum anderen ergibt sich aus dem Völkerrecht eine von der gemeinsamen Geschichte vollkommen unabhängige Argumentation zur Selbstbestimmung Chinas.
So sind die Tibeter "eine Gruppe von Menschen mit gemeinsamer historischer Tradition, rassischer Identität, gemeinsamer Kultur, sprachlicher Einheit, religiöser Verbundenheit, territorialer Verbindung und gemeinsamem wirtschaftlichem Leben", der laut Völkerrecht die Selbstbestimmung über ihren Status als eigenständiges Volk durchaus zusteht.
Da weiterhin die Volksrepublik China das tibetische Volk unterdrückt und in seinen unabänderlichen Menschenrechten verletzt, steht es ihr nicht zu, auf die territoriale Unversehrtheit ihres eigenen Staatsgebietes zu pochen, da laut der Wiener Erklärung von 1993 eine Regierung ihre Rechtsgültigkeit verliert, wenn sie der Erfüllung ihrer Pflichten nicht nachkommt. Darunter sind unter anderem der Schutz der Bevölkerung und deren Kultur, Religion und Wirtschaft sowie die Achtung der Menschenrechte zu verstehen.
Dem Volke Tibets muss also die Entscheidungsfreiheit und -findung innerhalb der internationalen Maßstäbe des Völkerrechts verschafft werden, über die eigene Zukunft selbst zu entscheiden. Jegliche Ansprüche auf das tibetische Gebiet oder Volk sind damit nichtig.
In dem Protokoll der UN-Generalversamlung vom 24. Oktober 1970 heißt es nicht umsonst zu Recht: "Jeder Staat hat die Pflicht, jede Gewaltmaßnahme zu unterlassen, welche die Völker, auf die sich die Erläuterung des Grundsatzes der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung bezieht, ihres Rechts auf Selbstbestimmung, Freiheit und Unabhängigkeit beraubt".
Die Repressionen gegen die Proteste, die den Selbstbestimmungswillen der Tibeter zum Ausdruck bringen, sind somit nicht nur unberechtigt, sondern stellen weitere untragbare Menschenrechtsverletzungen dar, welche die Internationale Staatengemeinschaft nicht hinnehmen darf. Gerade deshalb muss sie über Schritte nachdenken, der Volksrepublik China zu zeigen, dass internationales Recht nicht ein Spielball politischer Interessengruppen, sondern verbrieftes unumstößliches Recht darstellt.
Die Teilnahme an den Sommerspielen 1980 in Moskau verweigerten 65 westliche Staaten, darunter auch Deutschland, aufgrund der sowjetische Invasion in Afghanistan ein Jahr zuvor. Die Werte unserer Gesellschaft scheinen sich grundlegend geändert zu haben. Einen Boykott der Spiele lehnt man 2008 (derzeit) ab.
Der China-Experte und Direktor des Forschungsinstitutes der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) Eberhard Sandschneider zum Boykott der Spiele: "Er würde auch die chinesische Regierung nicht zu einer Änderung ihrer Haltung bringen. Bestenfalls könnten diejenigen, die das Bedürfnis empfinden, "etwas zu tun", sich damit trösten, es den Chinesen wieder einmal gezeigt zu haben. Diese Form von Gutmenschentum hilft uns in keiner Weise weiter."
Ja was bitte würde denn helfen? Die Bitten und Reden der Politiker seit Jahren? Das Reinpumpen von Devisenmilliarden in eine menschenfeindliche Diktatur? Anscheinend wiedermal der falsche Mann am falschen Platz! Gerade dieser Kommentar zeigt die bittere politische Realität: Man ist zu feige, Stellung zu beziehen und unwillens oder unfähig, Maßnahmen zu ergreifen - vermutlich um die Wirtschaft nicht zu verärgern, in deren Beratungsgremien und Aufsichtsräten man ja selber sitzt.
Die Regierung erklärt, dass ein Boykott alle bisherigen, mühsam erreichten Fortschritte und Annäherungen der letzten Jahre zu China, zunichte machen würde. Annäherungen, welche wohl eher nur auf wirtschaftlicher Basis erfolgt sind. Somit ist die weitere Argumentation auch verständlich: Man solle an die Riesensummen der Sponsoren denken, welche bereits in die Spiele geflossen sind!
Geschäftsrisiko halt! Das chinesische Produkte selten halten was sie versprechen, sollte gerade der Wirtschaft bekannt sein!
Von Seiten der Sportler und ihren Verbänden sowie des IOC hört man derweilen: "Der Sport sollte sich aus der Politik fernhalten!" Doch hat der IOC nicht mit der Wahl Chinas die Politik eigenhändig ins Spiel gebracht? Wären Vorbehalte oder Bedingungen nicht angebracht gewesen?
Im Juli 2001 erhielt Peking den Zuschlag für die Spiele 2008! Sieben Jahre ließ man untätig verstreichen. Die Chance, mit den Spielen in China etwas zu bewegen, ist vorbei! Dass sich im Nachhinein etwas ändert ist wohl ein verzweifelter Wunsch oder eher eine Beruhigungspille für die Öffentlichkeit.
Ohne Zweifel hätte China erst gar nicht in die Wahl zur Ausrichtung der Spiele kommen dürfen, doch ein Boykott der demokratisch freien Teilnehmer würde China treffen, auch wenn sie das natürlich nicht zugeben würden und die freien Plätze halt mit dem füllen würden, was sie als einziges in ausreichender Menge haben: Arme unterdrückte und manipulierte Menschen.
Man will uns anscheinend weismachen, die westliche Welt wäre von China abhängig - aber ohne die westlichen Nationen stünde China kurz vor dem Zusammenbruch! Ginge es hier nicht um Geld, sondern würden die politisch Verantwortlichen ein einziges Mal ehrenwert handeln, wäre China gezwungen, seinen Weg langsam aber sicher zu ändern! Das Aussetzen der Spiele wäre ein aussagekräftiges Signal! Ein Reduzieren der Handelsbeziehungen ein effektives weiteres!
Die Olympischen Spiele 2008 stehen unter dem Motto "Blut für die Welt"!
Ihr Sinn und der olympische Geist ist somit verloren... |
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_________________ http://www.ask1.org/modules.php?name=dieredaktion |
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Booth Inventar
 Anm.Dat: Oct 19, 2003 Beiträge: 1803 Wohnort: Deutschland
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Verfasst am: Di März 25, 2008 7:51 pm Titel: |
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Ich verstehe gar nicht, wo das Problem ist. Spitzensport ist ein Geschäft - ganz einfach. Ob die Sportler nun offiziell als Amateure firmieren, oder nicht, ändert doch wenig daran, daß dieses Geschäft durch mediale Massenübertragungen und den damit verbundenen immensen Werbegeldern gigantisch ist.
Und wenn China eines in den vergangenen 20 Jahren gezeigt hat, dann, daß man dort etwas vom Geschäft versteht. Aus meiner Sicht passt der Spitzen- und damit Kommerzsport ideal nach China - und damit eben auch Olympia.
Daß in China gleichzeitig Rechte von zwangseingemeindeten Minderheiten, wie auch von Kritikern mit den Füssen getreten und teilweise mit Gewehren niedergeschossen werden, ist nun ebenfalls nichts neues. Das wissen wir spätestens seit dem Massaker auf dem Platz des himmlischen Friedens.
Die relativ freiheitlich und demokratisch organisierten Industrieländer haben vorerst schlicht den Zeitpunkt verpasst, sich sinnvoll vom chinesischen Markt abzugrenzen. Somit ist der chinesische Markt Teil desselben Weltmarktes, auch wenn die Lebens- und Arbeitsbedingungen dort nicht ansatzweise vergleichbar sind. Das hat aber sowohl die Politiker als auch die meisten Menschen im Wirtschaftsleben (sowohl Industriechefs, als auch Konsumenten) herzlich wenig interessiert. Wir betreiben als Firmenchefs Outsourcing mit China und als Konsumenten kaufen wir jeden Scheiss von dort, ohne uns für die Umstände der Herstellung zu interessieren. Und jetzt kritisieren wir plötzlich China für deren gewalttätiges und unfreies System und wollen gar dieses Sportgeschäft "bpykottieren"? Da fällt mir nur ein Wort ein: Heuchelei.
Ich finde die Aussage des nationalen olympischen Komittees in Deutschland, keinesfalls einen Boykott zu unterstützen richtig - und alle Politiker, die das kritisieren, bauen darauf, daß die Wähler dumm genug sind, diese Heuchelei abzukaufen. Ich fürchte... sie bauen zu Recht darauf.
Von daher... genug gemosert... und letztlich ist alles wie gehabt. "The Show (und damit "the Business") must go on".
gruß
Booth
_________________ Derjenige, der weiss, daß er nichts weiss, weiss mehr, als derjenige, der nicht weiss, daß er nichts weiss. |
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Aphorismus Consigliere
 Anm.Dat: Dec 22, 2004 Beiträge: 3615 Wohnort: im moment in den neuronen deines kopfes
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Verfasst am: Di März 25, 2008 9:30 pm Titel: |
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| Booth hat folgendes geschrieben: | | Wir betreiben als Firmenchefs Outsourcing mit China und als Konsumenten kaufen wir jeden Scheiss von dort, ohne uns für die Umstände der Herstellung zu interessieren. Und jetzt kritisieren wir plötzlich China für deren gewalttätiges und unfreies System und wollen gar dieses Sportgeschäft "boykottieren"? Da fällt mir nur ein Wort ein: Heuchelei. |
Ich fürchte, es ist viel schlimmer. "Wir" -- womit in erster Linie Medien & Politiker gemeint sind -- heucheln nicht, "wir" betreiben schlicht und ergreifend Politik. Anders als mit der Moralkeule haben "wir" gegen China keine Chance. Wirtschaftlich klappt es nicht und niemand dürfte so verrückt sein zu versuchen, militärischen Druck ausüben zu wollen. Wann war der Westen so dominant wie nie wieder? Während "wir" Sklaven um die halbe Welt verschifft haben, das Fordern von Religionsfreiheit einen direkt auf's Schafott befördert hat und Frauen Kinder zu kriegen, zu kochen und ansonsten die Klappe zu halten hatten. Kurzum: "Wir" haben uns benommen wie die Axt im Walde, und davon profitieren "wir" (bis auf den Kolonialwahn) noch heute.
Anders als "wir" kolonialisieren die Chinesen nicht - die Globalisierung bringt ihren Plastikschrott ohnehin in alle Welt. Und dann gibt es da noch die Ebene des internationalen Vergleichs. Russland und Tschetschenien - die USA und Gitmo - China und Tibet: Wo ist der kategoriale Unterschied?
Ich sehe keinen. Außer kalter Angst. Wirtschaftlicher Angst.
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Booth Inventar
 Anm.Dat: Oct 19, 2003 Beiträge: 1803 Wohnort: Deutschland
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Verfasst am: Di März 25, 2008 10:07 pm Titel: |
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| Aphorismus hat folgendes geschrieben: | | "Wir" -- womit in erster Linie Medien & Politiker gemeint sind -- heucheln nicht, "wir" betreiben schlicht und ergreifend Politik. | Was ja quasi identisch ist
| Zitat: | | Wirtschaftlich klappt es nicht [...] | Als ob wir jemals versucht hätten, wirtschaftliche Konsequenzen zu ziehen. Hat überhaupt jemand jemals intensiver in einer der feiheitlich-demokratischen Nationen darüber nachgedacht, was daraus werden könnte, wenn in einem antidemokratischen Land die (dann halt anders und sicher nicht sozial eingeschränkte) Marktwirtschaft trotzdem einigermassen funktioniert?
Wie wir damit umgehen wollen, daß wir Arbeitsmärkte konkurrieren lassen, die kaum vergleichbar sind? Die Politik die betrieben wird, heisst eigentlich schlicht "Hoffnung", daß in China quasi automatisch nach der wirtschaftlichen Boom-Phase irgendwann/irgendwie Bürgerrechte ebenfalls verstärkt werden. Mal sehen, ob diese Hoffnung aufgeht. Daß wir inzwischen auf Grund der heftigen Verzahnung unserer Wirtschaften kaum noch die Chance haben, stärker zu intervenieren, sehe ich ebenso. Aber... selbst da versucht Europa+Amerika ja nichtmal wirklich intensiver etwas zu tun. Um ganz ehrlich zu sein: Den meisten von uns ist doch scheissegal, wieviel arme chinesische Schweine dort zu Bedingungen arbeiten müssen, unter denen wir nichtmal sterben wollten. Wirklich empören tun wir uns erst dann, wenn "plötzlich" unser eigener Arbeitsplatz in Gefahr ist.
| Zitat: | | Wann war der Westen so dominant wie nie wieder? [... die Kolionialzeit beschreibend ...] | Wobei der damalige Westen dem heutigen ganz schön fremd ist. Es gab kaum soziale Gesetzgebungen und noch keine so starken Gewerkschaften und in diversen Kolonialmächten herrschte auch noch keine Demokratie nach moderner Art.
Von daher ist das heutige China den damaligen Kolonoalmächten vielleicht gar nichtmal so unähnlich. Und... darauf zielt ja auch die oben schon erwähnte Hoffnung der heutigen, freiheitlichen Industrienationen ab: China wird sich schon in Richtung Bürgerstaat entwickeln.
Und man kann sich fragen, ob ein Boykott der olympischen Spiele einer solchen Entwicklung eher hilft oder eher nicht... vielleicht ist das auch die einzig interessante Frage, und meine starre Moralkeule in dem Sinne wirklich völlig unsinnig, da das Kind ja nunmal in den Brunnen gefallen ist bzw... die Wirtschaft der EU/USA mit China nunmal unentwirrbar verwoben ist.
| Zitat: | | Anders als "wir" kolonialisieren die Chinesen nicht - die Globalisierung bringt ihren Plastikschrott ohnehin in alle Welt. Und dann gibt es da noch die Ebene des internationalen Vergleichs. Russland und Tschetschenien - die USA und Gitmo - China und Tibet: Wo ist der kategoriale Unterschied? Ich sehe keinen. Außer kalter Angst. Wirtschaftlicher Angst. | Was willst Du mir damit sagen? Daß wir China nichtmal kritisieren sollten?
gruß
Booth
_________________ Derjenige, der weiss, daß er nichts weiss, weiss mehr, als derjenige, der nicht weiss, daß er nichts weiss. |
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Aphorismus Consigliere
 Anm.Dat: Dec 22, 2004 Beiträge: 3615 Wohnort: im moment in den neuronen deines kopfes
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Verfasst am: Di März 25, 2008 11:35 pm Titel: |
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Nicht gar nicht, sondern verhältnisgerecht sollten wir China kritisieren. Das geht dabei los, sich vor Augen zu führen, dass Tibet vor der illegitimen Besetzung durch China ein unglaublich autoritärer Gottesstaat war, dessen Bürger weniger zu essen hatten als heute. Der Dalai Lama ist (neben dem Panchen Lama) nicht nur das geistige Oberhaupt der Anhänger des tibetischen Buddhismus, sondern auch Gottkönig und somit Regent. Mit Demokratie, Meinungs-, Religions- oder Pressefreiheit hat das Tibet vor der chinesischen Besatzung ebensowenig zu tun wie heute.
Vergleicht man diesen Konflikt mit dem Sezessionskrieg Tschetscheniens, dann fällt es mir unheimlich schwer, den Tibet-Konflikt schlimmer zu finden. Nur - die Tschetschenen sind halt in der Regel etwas grobschlächtig, haben keine funky Religion und schon gar keinen Obervermarkter wie den Dalai Lama.
Mir muss, glaube ich, noch mal jemand ganz langsam und in Ruhe erklären, warum es schlimmer ist, einem Volk die Kultur zu verbieten, als Leute massenweise umzubringen, Städte zu zerbomben und das Militär unkontrolliert wüten zu lassen. Der Grund der Ungleichbehandlung ist einfach: Chinas Hauptressource ist die Arbeitskraft seiner Bürger. Russland hat Öl. Der Ölhahn kann abgedreht werden, wenn die Chinesen aufhören Plastikschrott herzustellen, schaden sie sich nur selbst. Also wird mal wieder der angepflaumt und medial gevierteilt, bei dem man sich das am Besten leisten kann. Und wieso sollte man denen jetzt verbieten, die olympischen Spiele auszurichten? Was bringt das? Selbst wenn man die Chinesen wegen ihrer Politik hasst - die wollen da was Nettes veranstalten und reißen sich dafür den Allerwertesten auf. Mir ist vollkommen egal, wo die Muskelprotze rumhüpfen - warum nicht in China?
Oder soll man jetzt alles, was mit China zu tun hat, boykottieren? Fände ich jedenfalls sehr viel konsequenter und auch sinnvoller als hochgepeppelten Super-Athleten zu verbieten, da ihr Ding zu machen. Ein Diskus ist ein Diskus, hier oder in China.
Natürlich kann und soll man Chinas Politik kritisieren, denn natürlich hat sie das verdient. Aber wenn man das tut, und gleichzeitig zu vielem anderen schweigt, dann kann ich die chinesische Führung durchaus verstehen, wenn die sich ungerecht behandelt vorkommt.
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Eskapismus Inventar
 Anm.Dat: Jul 19, 2002 Beiträge: 1821 Wohnort: wieder zurück in Bern
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Technoir Inventar
 Anm.Dat: Apr 29, 2002 Beiträge: 1628 Wohnort: Domplatte, Cologne
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wintrow *Gelbe Karte*

 Anm.Dat: Jul 11, 2007 Beiträge: 141
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Verfasst am: Mi Apr 02, 2008 7:14 pm Titel: |
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Was heisst hier verhältnissmäßig kritisieren? Ich kritisiere China so wie ich denke das es gerecht ist. Und wenn man friedliche Mönche erschiesst und versucht ein komplettes Volk mit Gewalt zu assimilieren dann hat man eigentlich mit viel mehr zu rechnen als nur Kritik. Leider bestimmt die Writschaft die Politik so wie es schon immer bei uns war. Und da schon an Hochschulen den achso gebildeten BWL Studenten beigebracht wird das China
als Wirtschaftspartner perfekt ist muss man sich nicht wundern das es weiter so geht mit der Wegschaupolitik unseres Landes.
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Simple Man Redakteur

 Anm.Dat: Nov 04, 2004 Beiträge: 4818 Wohnort: Momentan scheinbar Schilda ...
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wintrow *Gelbe Karte*

 Anm.Dat: Jul 11, 2007 Beiträge: 141
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Verfasst am: Mi Apr 02, 2008 7:32 pm Titel: |
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Wahrscheinlich...ich hab es mitbekommen als Wirtschaftsinformatikstudent. Natürlich kann man es nicht verbindlich für alle Hochschulen sagen, aber bei usn wurde es so gelehrt und ich gehe davon aus das wir da nicht die einzigste Hochschule waren.
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Simple Man Redakteur

 Anm.Dat: Nov 04, 2004 Beiträge: 4818 Wohnort: Momentan scheinbar Schilda ...
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wintrow *Gelbe Karte*

 Anm.Dat: Jul 11, 2007 Beiträge: 141
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Verfasst am: Do Apr 03, 2008 1:41 pm Titel: |
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Meine Rede, aber viele sehen das wohl in diesem Land anderst.
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TheFreeman Inventar
 Anm.Dat: Jun 20, 2003 Beiträge: 546 Wohnort: Keine Ahnung....ist so dunkel hier !
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Verfasst am: Mo Apr 14, 2008 5:10 pm Titel: |
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Hat hier wirklich jemand angenommen, dass die 'neuen' Olympischen Spiele der Neuzeit noch groß mit etwas anderem zu tun haben als dem lieben Geld? Nicht wirklich oder? Vielleicht in den Köpfen diverser Romantiker. Willkommen im 21. Jahrhundert, wo Ideale manchmal schlicht zu teuer geworden sind. Dieser Kommentar ist dafür kostenlos.
Gruß,
Freeman
_________________ ,,Ein Optimist ist ein Zeitgenosse, der ungenügend informiert ist !'' John B. Priestley
,,Immer mit der Ruhe...erstmal eine rauchen !'' |
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Winston_Smith Inventar
 Anm.Dat: Mar 15, 2003 Beiträge: 3609 Wohnort: Paris - Im weißen FIAT UNO...

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Booth Inventar
 Anm.Dat: Oct 19, 2003 Beiträge: 1803 Wohnort: Deutschland
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