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Dmitri Medwedew und die Zukunft Russlands
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BeitragVerfasst am: Do März 20, 2008 2:58 am


Guten Morgen werte Forengemeinde,

ich habe diesen Thread ins Leben gerufen, um über den kommenden russischen Präsidenten Dmitri Medwedew und damit verbunden über die innen- und außenpolitische Zukunft der russischen Föderation zu diskutieren. Dieses Thema wurde im Forum noch nicht angerissen, ich fand den Namen Medwedew nur in einem Thread, in dem unser zeitweise in Moskau verweilendes Mitglied Eskapismus ihn schon im August 2008 vorsichtig als Favoriten für die Wahlen bezeichnete (siehe hier).

Nun denn, am 7. Mai 2008 wird Medwedew als Präsident der Russischen Föderation vereidigt werden. Um die Diskussion zu eröffnen, versuche ich mit diesem Eröffnungspost zumindest einige grobe Hintergrundinformationen zu bieten und evtl. einige Anfangsfragen zu eurer eigenen Inspiration vorzugeben.


Die Wahlen

Mit 70,3 % wurde Dmitri Medwedew zu Wladimir Putins Nachfolger gewählt.
Dass diese Wahlen einige Mängel aufwiesen, war abzusehen. So wurden schon im Vorfeld aussichtsreiche Kandidaten von der Wahlkommission erst gar nicht zugelassen (unter ihnen Michail Kasjanow, ehemaliger russ. Premierminister, und der ehemalige Schachweltmeister Garri Kasparow); jene Personen hätten zwar wohl nicht gegen die Medienmacht Putins die Wahl Medwedews zum Präsidenten direkt gefährden können, ihn aber aufgrund ihrer eigenen Popularität wohl viele Stimmen gekostet und zudem die Macht des Kreml bzw. Popularität Putins und Medwedews in Frage gestellt.
Die Stimmenverteilung auf Medwedews Konkurrenten sah wiegt folgend aus: Der Kommunist Sjuganow, der wie in den letzten Wahlen auch zwischen 15 und 20 % (2008: 17,7 %) des linken Wählerspektrums auf sich vereinte, der rechtsgerichtete Propagandist Schirinowski, welcher den rechten Rand der Wähler abschöpfte (9,3%) und der von vielen Stellen als Kreml-Marionette diskreditierte Andrei Bogdanow mit 1,3 % keilten sich um die abgenagten Knochen, die Putin ihnen zubilligte.

Auch während der Wahl kam es zu Ungereimtheiten: Die Provinzgouverneure bewirkten in ihren Herrschaftsbereichen weitgehende Wahlfälschungen; so ist es merkwürdig, dass gerade die abtrünnigen und stark mit separatistischen Kräften durchsetzten Nordkaukasusprovinzen Tschetschenien, Inguschetien und Dagestan die höchsten Wahlbeteiligungen UND gleichzeitig die höchsten Stimmenanteile für Medwedew zu verzeichnen hatten (siehe hier, S.17 ff.).
Abgesehen von der Wahlbeobachtung durch Putintreue Jugend kam es wohl auch dazu, dass die Wahllisten nach Personen durchsucht wurden, die nicht zur Wahl gegangen waren; ihre Daten wurden am Ende des Tages zusammengetragen und als Stimmen für Putin durch gefälschte Wahlzettel in die Auszählungen gegeben. Da sich die Gouverneure durch hohe Wahlbeteiligungen und gute Ergebnisse für Medwedew vor allem finanzielle und reputative Vorteile aus Moskau erhoffen, ist ihre Motivation zur Wahlfälschung recht hoch.

Die Person

Der Name Medwedew erschallte zuerst mit einem Unterton von Verwunderung in den europäischen Medien, da dort zuerst Sergei Iwanow als aussichtsreichster Kandidat galt. Wie Putin zum Ende der Jelzin-Ära, so ist Medwedew in Europa noch eine recht unbekannte Figur. Dabei ist er keineswegs ein politischer Neuling:
Seit 2002 ist er Vorsitzender des Aufsichtsrates von Gazprom, seit November 2005 stellvertretender Ministerpräsident. Schon seit dem Amtsantritt Putins 1999 war er immer in der Nähe des Präsidenten zu finden.
Interessant ist, dass mit Dmitri Medwedew nicht ein Wunschkandidat der Silowiki das Rennen machte, sondern eine Figur des liberalen Flügels.

Die Zukunft

Über Medwedews innenpolitische Ziele befindet sich ein grober Umriss hier (S.2), seine außenpolitische Vorstellungen eröffnete er bis jetzt hingegen kaum.

Fraglich bleibt auch, ob Medwedew sich gegen den Kurs der Machtelite der Silowiki durchsetzen können wird bzw. wie er sich zwingend mit ihnen arrangieren wird. Auch die Beziehung zu Putin und die Stellung beider Personen im Staatsapparat wird zu diskutieren sein. So entledigte Wladimir Putin sich der meisten Personen, die ihm an die Macht halfen; außer dem Umfeld von Boris Jelzin, dem er direkt zu Beginn seiner Amtszeit völlige strafrechtliche Immunität zusagte, viele der russischen Öl- und Medienmilliardäre, die nun in russischen Gefängnissen oder im Exil ihr Dasein fristen, waren anfangs Anhänger und Freunde des noch amtierenden Präsidenten.
Vielleicht setzt Putin sich ja auch zur Ruhe. Schließlich hat er nach eigenen Angaben geschuftet wie ein Galeerensklave.

Das europäische Ausland reagierte verhalten optimistisch auf die Wahl Medwedews und erhofft sich neue Impulse für Demokratie und Europa- und Energiepolitik Russlands. Die Presse hingegen ist gespalten zwischen Wahlbetrugsvorwürfen und Machterhaltungstheorien.
Wie die Vereinigten Staaten von Amerika sich langfristig zu Medwedew verhalten werden, hängt auch von den kommenden US-Wahlen ab. Die eventuelle Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, kannte in einem Vorwahl-Duell mit ihrem Konkurrenten Barack Obama noch nicht einmal seinen Namen. Oder war Sie einfach nur aufgeregt?




Wie wird Medwedew regieren? Wird er überhaupt regieren, oder nur eine Marionette in den Händen der grauen Eminenz Putin darstellen? Gibt es ein gleichberechtigtes Tandem beider Politiker? Kehrt Putin nach einem kleinen Medwedew-Intermezzo wieder auf den Präsidentenstuhl zurück?

Wird er Russland außenpolitisch stärken? Wie werden sich die Beziehungen zu Europa, den Vereinigten Staaten von Amerika, aber auch China und Indien entwickeln? Welche Einstellungen hat er zur Nato-Erweiterung, der Aufrechterhaltung russischer Interessensphären im Baltikum, auf dem Balkan und auf dem Kaukasus?

Stärkt er die Demokratieansätze in seinem Land oder führt er die Linie Putins fort? Welcher Art Reformen sind von ihm zu erwarten? Ist er nur ein weiterer Gazprom-Jünger?


So, ich hoffe, euch genug Ansätze für eine rege Diskussion geboten zu haben... und los geht es!


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BeitragVerfasst am: Do März 20, 2008 1:59 pm


Ich denke, dass im Kreml der Kampf um die Macht nach der Wahl Medwedews erst richtig begonnen hat. Putin wird Ministerpräsident und behält die Fäden in der Hand. Bleibt die Frage wie lange Medwedew sich das gefallen lässt oder ob er es irgendwann satt hat nur als Marionette zu fungieren.
Was die Veränderungen von Russlands Innen- und Aussenpolitik betreffen glaube ich dass Russland dem Kurs der letzten Jahre weiterfolgen wird. Putin hat bei der Wahl seines Nachfolgers bestimmt darauf geachtet jemanden mit gleichen Zielen und der nach einem starken Russland strebt auszusuchen.


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BeitragVerfasst am: Do März 20, 2008 5:04 pm


Bundeskanzlerin Merkel ist ja sofort nach der Wahl zu einem Antrittsbesuch bei Medwedew nach Moskau geflogen. Für die Fernsehkameras stellten sich die beiden Staatschefs zum Händeschütteln direkt neben einen riesigen Pinienzapfen aus Sandstein (vermutlich auf einer Gartenterasse oder ähnlichem am Palast/Landhaus).
Ich hatte mal im Internet gelesen, dass manche Verschwörungstheoretiker das Symbol Pinienzapfen mit den Freimaurern in Verbindung bringen. Über google konnte ich nur finden, dass dieses Symbol von Bedeutung war im Isiskult (der sich von Ägypten über Griechenland und das antike Rom bis nach Köln ausbreitete).
Also kann es Zufall sein mit dem Pinienzapfen im Nachrichtenbild, es könnte aber auch ein bewusster Hinweis für Insider sein, dass beide dem gleichen Zirkel angehören. Confused


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BeitragVerfasst am: Do März 20, 2008 5:24 pm


http://de.wikipedia.org/wiki/Zirbelnuss

Das war das einzige, was ich über den Symbolgehalt von Pinienzapfen finden konnte. Von Pinienzapfen als Freimaurersymbol habe ich noch nie was gehört und auch im Internet nichts gefunden. Quelle?


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BeitragVerfasst am: Do März 20, 2008 11:23 pm


Die Pinie wird auch Zirbelnuss genannt. Nicht zufällig ist die namentliche Ähnlichkeit zur Zirbeldrüse (einem Organ im Zwischenhirn), die auch folgende wissenschaftliche Bezeichnungen führt: Corpus pineale (der Pinien[zapfenförmige]körper) oder Glandula pinealis (lateinisch-anatomisch, die Piniendrüse) oder auch Pinealorgan.

Die Zirbeldrüse hat seit Jahrtausenden bei der okkulten Schulung eine zentrale Bedeutung, sie führt auch den Namen Drittes Auge. Die "Öffnung" des dritten Auges soll zu einer Hellsichtigkeit führen, einer Verbindung mit dem göttlichen Licht. Die Zirbeldrüse ist ja das Überbleibsel aus der Evolution des Scheitelauges, das schon bei Tieren der Wahrnehmung von Tageslicht diente. Esoterische Gruppen wie der Isiskult (Tempelschlaf) oder auch östliche Religionen beschäftigen sich mit der Zirbeldrüse.

Zitat:
Daß man in den östlichen Religionen über die sieben Chakras oder Lotosblüten mit ihrer entsprechenden Blattzahl genau Bescheid wußte, wird allgemein anerkannt — dabei besonders deutlich hervorgehoben die Epiphyse durch Darstellungen des Buddha oder Erleuchteten mit dem 1000-blättrigen Lotus an der Stelle, wo die katholischen Priester noch heute ihre Tonsur tragen. Diese innersekretorische Drüse, auch Pinealis oder Zirbeldrüse genannt, spielte schon in den eleusinischen und Isis-mysterien eine besondere Rolle, dargestellt als Zirbelnuß oder Pinienzapfen. Die bedeutendste, über zwei Meter große Gestaltung des Pinienzapfens aus dem alten Isistempel in Rom befindet sich heute an bevorzugter Stelle in der großen Nische des Belvedere der Vatikanischen Gärten.
Nach der Brockhaus Enzyklopädie sind Pinienzapfen schon in der assyrischen Kunst belegbar und erscheinen seit dem 2. Jh. v. Chr. auch in der hellenistischen Kunst, besonders aber auf Grabmälern der römischen Zeit, von denen ein besonders gut erhaltenes Beispiel die Igeler Säule bei Trier ist (um 250 n. Chr., ca. 23 m hoch).

link

Die organische Grundlage dieser Lotosblume ist die Zirbeldrüse (Epiphyse), ein in alten Zeiten sehr regsames Organ, welches beim heutigen Menschen verkümmert ist. Durch den Schulungsweg wird dieses wieder entwickelt und zum hellsichtigen Organ werden.(...) Im Scheitelchakra sind wir mit allen himmlischen Hierarchien bis hinauf zum göttlichen Urgrund verbunden. Auch der persönliche Engel wirkt über diesen Strom.

Jedes Organ, das eine Vergangenheit hatte, wird auch eine Zukunft haben. Auch die Zirbeldrüse wird in der Zukunft wieder ein wichtiges Organ. Und diejenigen, die in den esoterischen Schulen sind, arbeiten schon jetzt an ihrer Ausbildung. Die Übungen, die wir erhalten, wirken nicht nur auf den Astral- und Ätherleib, sondern auch auf die Zirbeldrüse. Und wenn die Wirkung sehr eingreifend wird, so geht sie von der Zirbeldrüse aus in die Lymphgefäße und von da ins Blut.

link2

Das alles ist kein Beweis, dass Merkel und Medwedew in Verbindung stehen mit esoterischen Kreisen, die sich mit PSI-Techniken beschäftigen. Und das Thema ist in diesem politischen Thread auch nicht weiter zu vertiefen, aber trotzdem finde ich es einen interessanten Zufall, dass der Pinienzapfen so groß im TV-Nachrichten-Bild zu sehen war.


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BeitragVerfasst am: Mi Mai 07, 2008 10:12 am


Heute wurde Dmitri Medwedew als neuer russischer Präsident vereidigt.

Was wird nun geschehen?

SpiegelOnline: Medwedew als Präsident vereidigt
SpiegelOnline: Zar und Nebenzar übernehmen das Riesenreich
Russland-Dossier der Zeit
Die Zeit: geteilte Macht


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BeitragVerfasst am: Mi Mai 07, 2008 12:37 pm


Nun es könnte eine neue Chance für alle werden. Medwedew hat von Putin gelernt wie man so ein Riesenreich erfolgreich regiert. Aber gleichzeitig scheint Medwedew offen zu sein für Europa. Natürlich kann man da jetzt noch nicht viel sagen. Es wird die zukunft entscheiden ob Medwedew in der Lage ist Russland weiter auf Erfolgskurs zu halten oder nicht.


wintrow
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BeitragVerfasst am: Mi Mai 07, 2008 2:59 pm


wintrow hat folgendes geschrieben:
Medwedew hat von Putin gelernt wie man so ein Riesenreich erfolgreich regiert. Aber gleichzeitig scheint Medwedew offen zu sein für Europa.


Die westliche Medienwelt schreibt ständig wie offen Medwedew gegenüber dem Westen sei, womit sie Putin unterstellen ein totaler Antieuropäer gewesen zu sein.

Ich versuche mal an dieser Gelegenheit ein wenig über die russische Wahrnehmung des Westens zu schreiben.

Als erstes muss man sagen, dass die Russen uns Westler früher immer als etwas besseres angesehen haben. Das war zu den Zeiten des Zars so und das war auch bis ans Ende des 20. Jahrhunderts so. Teilweise ist das Heute noch so. Wenn Brittney Spears und Konsorten einen neuen Hit präsentieren dann wird er in Russland sofort ein Erfolg. Auch die Russischen Stars sind meistens nicht viel mehr als Kopien westlicher Idole. Das selbe gilt für das Filmschaffen. Die neuen russischen Filme bestehen meist aus Kopien von Sujets der billigen Hollywood Filme, die dann noch ein wenig überdreht präsentiert werden. Und dies obwohl der traditionelle russische Film IMHO eine viel höhere Qualität hat als die meisten westlichen Filme. Auch im Alltag fällt auf, dass der Westen immer noch sehr hoch im Kurs steht. So werden Waren gerne mit dem Prädikat "Deutsche Qualität" angepriesen und eine neu renovierte Wohnung mit einer schönen Küche und Bad wird mit den Adjektiv "Euro-Remont" geschmückt. Ich glaube wir im Westen würden genau so über Russland denken, wenn wir die letzten 1000 Jahre das erlebt haben was die Russen erlebt haben und ständig gehört hätten wie gut es denen da drüben gehe.

Was wir im Westen nicht verstehen ist, dass Russland - und übrigens auch alle anderen Länder die nicht westlich sind - anders funktioniert. Nach dem Kollaps der Sovietunion strömten ganze Armeen von super klugen Harvard Absolventen usw. nach Russland und hatten tolle Ideen die in jedem westlichen Land absolut Sinn gemacht hätten. Ein gutes Beispiel für eine Gut gemeinte Idee, die aber völlig hinten raus ging war die Einführung der Mehrwertsteuer. Es sollte eigentlich klar sein, dass ein Mehrwertsteuersystem nur funktionieren kann, wenn ein Land bis hin zum hinterletzten Baumfäller vernetzt ist. Da die Computerisierung ausserhalb der Zentren auf einem Stand ist, der sich mit demjenigen den wir hier in den 80er Jahren hatten vergleichen lässt, wurde die Mehrwertsteuer sofort zur Farce und von findigen Geschäftsmännern für viele krumme Geschäfte missbraucht. Ein anderes Beispiel waren die Milliardenkredite der Weltbank die wohl auch gut gemeint waren aber in ein Land gepumpt wurden, welches zu dieser Zeit noch kein Wirtschaftsrecht hatte. Natürlich waren die Milliarden innert kürzester Zeit nicht mehr auffindbar. Dass das Geld in die Taschen einiger kluger Menschen floss ist auch verständlich wenn man bedenkt, dass diese Menschen mausarm waren und auch einmal erfahren wollten wie richtiger Champagner schmeckt. Auch muss man bedenken, dass diese Menschen zwar gegen moralische Gesetze verstossen hatten jedoch nicht gegen richtige Gesetze. Es gab damals noch keine richtigen Gesetze, welche z.B. Privatisierungen von Ölfeldern regelten. Natürlich wollte die Weltbank ihr Geld wieder zurück und hat dadurch Russland an den Rand des Ruins getrieben. Gerade durch die vom Westen geforderte Zerschlagung der alten Strukturen und der Einführung von Westlichen Institutionen kam es zu diesem Desaster, welches Russland Anfangs der Neunziger erlebt hatte. Da die Russen zudem Meister in Schuldzuweisungen sind wurde/wird der Westen auch für eine Reihe von weiteren Übeln verantwortlich gemacht, die er nicht zu verschulden hat.

Weiter haben wir im Westen zwar die besten Rechtsprofessoren, die ständig Menschenrechtsverletzungen in Russland anklagen jedoch haben wir vor kurzem die Folter wieder eingeführt und ein Gulag eröffnet. Das US State Department führt eine Liste über die Menschenrechtssituation aller Länder aber ohne die USA einzuschliessen. Viel heuchlerischer geht es ja wohl kaum. Natürlich sagen wir Europäer dann „Halt… das sind die Amis nicht wir“. Für die Russen spielt das aber keine Rolle. Wir sind der Westen, Punkt.

Wir im Westen haben mit all diesen Aktionen eine Menge Goodwill in Russland verspielt. Heute werden Reformvorschläge aus dem Westen oft viel skeptischer aufgenommen und meist dankend abgelehnt. Da wir uns im Westen all dieser Ereignisse nicht bewusst sind reagieren wir oft ungehalten auf Ablehnung unserer Forderungen/Vorschläge. Dazu kommt, dass wir die bestehende Zusammenarbeit zu wenig anerkennen oder gar nicht wahrnehmen.

Als Beispiel könnte man den Russischen WTO Beitritt nehmen, der nun nach 15 Jahren von zähen Verhandlungen kurz bevor zu stehen scheint. Obwohl der Entscheid im Volk und vorallem bei korrupten Beamten und Oligarchen sehr unpolulär ist, wurde das Projekt immer weiter verfolgt. Ich bin überzeugt, dass sich dieser Beitritt langfristig positiv gegen die Schattenwirtschaft auswirken wird. Auf der anderen Seite wird jedes mal wenn sich Russland negativ gegenüber dem Westen äussert ein riesen Theater gemacht. Wenn Polen Gammelfleisch an Russland verkauft und Russland den Import stoppt wird das sofort als Affront gegen den Westen verstanden und die diplomatischen Beziehungen gelten als getrübt.

Da Medwedew diese Probleme gut kennen sollte erwarte ich von ihm eigentlich keine Kursänderung was die Aussenpolitik betrifft.


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Eskapismus
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BeitragVerfasst am: Mi Mai 07, 2008 7:04 pm


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BeitragVerfasst am: Mi Mai 07, 2008 7:36 pm


Eskapismus, beim Thema Wirtschaft stimme ich Dir voll zu. Im Grunde ging es damals viel zu schnell um halbwegs geordnete Bahnen zu erreichen. Darum müssen wir heute auch wohl oder übel mit den "Abramowitsches" leben.

Beim Thema Politik bin ich allerdings nicht wirklich Deiner Meinung. Die "Reformvorschläge" (Eigentlich sind es ja keine Vorschläge sondern berechtigte Forderungen.) richten sich in erster Linie nicht gegen "Gulags" oder ähnliches. Auch das Russland mit den Islamisten in Tschetschenien alles andere als zimperlich umgeht, wird übersehen. Es geht um alltägliche Menschenrechte. Da sei z.B. die letzte Wahl genannt, die ja wohl das Prädikat lächerlich verdient. Oder die Ermordung von Regimkritikern. Pressefreiheit. Und, und, und.

Nicht der Westen hat "Goodwill" verspielt, sondern Russland überspannt kontinuierlich den Bogen des akzeptablen.

Und ganz ehrlich: An einen Staat, welcher der G8 angehört, kann man gewisse Rechtsansprüche stellen.

Zusammengefasst: "Der Westen" weiß, was für ein chaotisches Land Russland ist und toleriert einige "Besonderheiten", denn diese ändern sich im Laufe der Zeit. Aber gewisse minimale Forderungen sind absolut gerechtfertigt.

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BeitragVerfasst am: Do Mai 08, 2008 9:25 am


@Winston_Smith
Nun man sollte Russland noch ein paar Jahre Zeit geben. Du kannst von so einem Riesenreich, wo soviele Völker und noch mehr Probleme vorhanden sind, und das sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wirtschaftlich erst wieder aufbauen muss, nicht sofort erwarten das es so funktioniert wie unsere westlichen Demokratien. Natürlich müssen Menschenrechte eingefordert werden, aber das kann nur gelingen wenn Russland ein stabiler Staat wird mit einer guten wirtschaftlichen Basis und einem funktionierenden Rechtssystem was unempfindlich gegenüber Korruption ist.

Medwedew hatte bei seiner Amsteinführung gestern als politisches Ziel die Verbesserung der sozialen Verhältnisse sowie die Verbesserung des Rechtssystems hervorgehoben. Ich denke bei der derzeitigen wirtschaftlichen Entwicklung und dem Zusammenarbeiten von Medwedew und Putin in rechtsstaatlichen Bereichen dürften Erfolge durchaus zu erwarten sein. Ich bin kein Freund Putins, aber ich bin sicher er hat den richtigen Weg gewählt.

Was Tschetschenien angeht muss ich sagen hier wird ständig Geschichte verdreht. Der Krieg dort war nicht Schuld der Russen. Es waren moslemische Gotteskrieger die in die Provinz eingedrungen sind und Aufstände angezettelt haben mit dem Ziel aus Tschetschenien einen islamischen Gottesstaat zu machen. Das wird immer gern vergessen. Die Brutalität des Krieges wurden von beiden Seiten geschürt. Ich würde mcih hüten diesen Krieg Russland in die Schuhe zu schieben.


wintrow
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BeitragVerfasst am: Do Mai 08, 2008 1:53 pm


Woher hast du denn die Information? Vom russischen Propagandaministerium?
Tschetschenien hat sich bereits 1990 mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, wie eine Menge anderer Sowjetrepubliken auch, für unabhängig erklärt und einen eigenen Präsidenten gewählt, da war der Islamismus noch gar kein Thema. Dummerweise sitzen die Tschetschenen aber auf einer dicken Menge Erdöl und da wird man nicht so ohne weiteres in die Unabhängigkeit entlassen, wie andere Sowjetrepubliken.


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BeitragVerfasst am: Do Mai 08, 2008 2:23 pm


Zitat:
Erster Tschetschenienkrieg [Bearbeiten]

Siehe auch: Erster Tschetschenienkrieg

Der erste Tschetschenienkrieg begann am 11. Dezember 1994 und dauerte bis zum August 1996. Grund für das Eingreifen russischer Truppen waren die Machtbestrebungen Russlands, da die von Dudajew ausgerufene Unabhängigkeit Tschetscheniens nicht akzeptiert werden konnte.

Nach einer erfolglosen Belagerung Grosnys, schloss Russland, vertreten durch General Alexander Lebed, einen Friedensvertrag mit Tschetschenien und zog sich zurück. Der Forderung Tschetscheniens nach Unabhängigkeit wurde nicht nachgekommen, stattdessen sollte sie 5 Jahre später (2001) geklärt werden.

1997 wurde Aslan Alijewitsch Maschadow bei Neuwahlen Präsident. Er behauptete sich jedoch nicht gegen die immer stärker werdenden radikalen Gruppierungen, die von eingeströmten ausländischen, zumeist arabischen Kriegsherren ideologisch inspiriert, finanziert und teilweise angeführt wurden. Mit der Zeit ließ sich Maschadow immer mehr auf eine Kooperation mit ihnen ein. Am 21. Mai 1998 hatte eine wahhabitische Gruppe versucht, das Dagestaner Regierungsgebäude zu stürmen. Ein Terroranschlag in der Hauptstadt der benachbarten russischen Republik Dagestan Machatschkala vom 4. September, bei dem 17 Personen ums Leben kamen, wurde ebenso den tschetschenischen Terroristen angelastet wie die Tötung des als gemäßigt geltenden Oberhauptes der Muslime Dagestans, Mufti Said Muhammad Abubakarow.

Zweiter Tschetschenienkrieg [Bearbeiten]

Siehe auch: Zweiter Tschetschenienkrieg

Am 7. August 1999 marschierten wahhabitische Einheiten unter Schamil Bassajew und Ibn al-Chattab in Dagestan ein, um es einem islamisch-fundamentalistischen Kalifatstaat anzuschließen, der langfristig den ganzen Nordkaukasus umfassen sollte. Es kam zu schweren Gefechten mit der russischen Armee. Sowohl vor als auch nach dem Einfall in Dagestan hatte es andere Terroranschläge auf russischem Gebiet gegeben, insbesondere in Wolgodonsk und Moskau. Inwiefern diese Anschläge jedoch etwas mit Tschetschenien zu tun haben, wurde nie geklärt. Bis Ende September 1999 wurden die tschetschenischen Einheiten aus Dagestan vertrieben.

1999 kündigte Wladimir Putin, damals im Amt des Premierministers, eine militärische Lösung des Tschetschenien-Konfliktes an, um es wieder unter die vollständige Kontrolle der russischen Zentralregierung zu stellen. Am 1. Oktober 1999 marschierte die russische Armee in Tschetschenien ein und begann mit einer breit angelegten so genannten „Antiterror-Operation“ den zweiten Tschetschenienkrieg mit dem Ziel der Zerschlagung des tschetschenisch-islamischen Terrorismus.

Bei der Geiselnahme im Moskauer Dubrowka-Theater, bei der Aufführung des Stückes „Nord-Ost“, am 23. Oktober 2002 nahmen tschetschenische Terroristen unter Führung von Mowsar Barajew etwa 700 Geiseln und forderten von der russischen Regierung die Beendigung des Krieges und den sofortigen Abzug des russischen Militärs aus Tschetschenien. Bei der Befreiungsaktion durch Spezialeinheiten unter Einsatz von Betäubungsgas kamen 41 Terroristen sowie 129 Geiseln um.

Ein Bombenanschlag auf das tschetschenische Regierungsgebäude in Grosny am 27. Dezember 2002 forderte 72 Todesopfer.

Nach dem Krieg [Bearbeiten]

2000 wurde der Zweite Tschetschenienkrieg von russischer Seite für beendet erklärt.

Bei den Präsidentschaftswahlen am 5. Oktober 2003 wurde Achmad Kadyrow, der Chef der Verwaltungsbehörde, Präsident.

Die Wahl, zu der die OSZE nach offiziellen Angaben aus Sicherheitsgründen keine Beobachter entsandt hatte, wurde von westlichen Politikern und vom bisherigen, von Russland nicht anerkannten Präsidenten Maschadow, als Farce bezeichnet. Maschadow tauchte in den Untergrund ab und rief zum weiteren Kampf gegen die neue Regierung und gegen Russland auf.

Im Februar 2003 erließen die USA Sanktionen gegen tschetschenische Terrorgruppen und setzen sie auf ihre Liste terroristischer Organisationen, unter anderem infolge der Bombenattentate in Moskau. Außerdem wurden verdächtige Bankkonten von den USA eingefroren. Bei einer Volksbefragung in Tschetschenien am 23. März 2003 stimmten laut offiziellem Ergebnis 95,5 % der Bevölkerung für den Verbleib in der Russischen Föderation.

Am 9. Mai 2004 wurde der tschetschenische Präsident Achmad Kadyrow bei einem Bombenanschlag getötet. Putin ernannte daraufhin den tschetschenischen Regierungschef Sergej Abramow zum provisorischen Präsidenten. Seit der Wahl im August 2004 ist Alu Dadaschewitsch Alchanow Präsident.

Im Juni 2004 erklärte der im Untergrund lebende Maschadow in einem Radiointerview, die Tschetschenen seien dabei, ihre Taktik zu ändern. "Bislang haben wir uns auf Sabotageakte konzentriert, von nun an werden wir Großangriffe starten." Am 21. Juni 2004 drangen nach Augenzeugenberichten etwa 100 bis 200 schwer bewaffnete Kämpfer aus Tschetschenien in die Nachbarrepublik Inguschetien ein und umstellten mehrere Polizeistationen und eine Kaserne von Grenzsoldaten. Zahlreiche Polizisten, Soldaten und Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft und des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB (Federalnaja Sluschba Besopasnosti) wurden erschossen, weiterhin 102 Zivilisten sowie der inguschetische Innenminister Abukar Kostojew.

Im August 2004 sprengten zwei vermutlich tschetschenische Terroristinnen zwei russische Tupolew-Passagiermaschinen und töteten etwa 90 Menschen.
Am 1. September 2004 nahmen tschetschenische Terroristen in einer Schule in Beslan am ersten Schultag mehr als 1.200 Geiseln, zum größten Teil Kinder, um die Entlassung von in Inguschetien inhaftierten tschetschenischen Gesinnungsgenossen und den Abzug Russlands aus Tschetschenien zu erwirken. Dabei kamen nach offiziellen Angaben 335 Geiseln ums Leben, 3 Sicherheitskräfte sowie 30 Geiselnehmer (siehe Geiselnahme von Beslan). Die Verantwortung für beide Terroranschläge übernahm später der Anführer der tschetschenischen Freischärler Schamil Bassajew.

Am 8. März 2005 wurde Aslan Alijewitsch Maschadow bei einer Spezialoperation des FSB in der Ortschaft Tolstoj-Jurt getötet, nachdem er angeblich erst eine Woche zuvor erneut Gesprächsbereitschaft zugesagt hatte. Seine Leiche wurde im russischen Fernsehen öffentlich zur Schau gestellt. Seiner Familie wurde eine Beisetzung der Überreste nicht gestattet, da die Erdbestattung für Terroristen in Russland verboten ist; diese können nur eingeäschert werden.

Der Rebellenführer Schamil Bassajew wurde am 10. Juli 2006 getötet.

Laut der Gesellschaft für bedrohte Völker gab es 2002 mit 5.695 Menschen in Tschetschenien die weltweit meisten Opfer durch Landminen.


Wenn du Wikipedia als russisches Propagandaministerium siehst dann ist das dein Problem!

Fakt ist das Tschetschenien sich selber für Unabhängig erklären wollte dies aber von der russischen Regierung nicht einfach akzeptiert wurden ist, da es zuvor viele Jahrzehnte lang zur Sowjetunion gehört hat...hinzu kamen dann radikale moslemische Gruppen die aus der ganzen Region ein Kalifat machen wollten und etliche russische Einheiten in dieser region angegriffen haben.
Jeder der Kriegsparteien trägt eine Teilschuld am Krieg udn sind nicht zimperlich mit der Bevölkerung umgegangen...aber Russland die alleinige Schuld zu geben halte ich für falsch.


wintrow
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BeitragVerfasst am: Do Mai 08, 2008 4:05 pm


@agentp

Sicherlich hat der Tschetschenienkrieg auch wirtschaftliche Hintergründe.

Allerdings ist es eben auch ein religiöser Konflikt. So waren z.B. in Beslan und in dem Moskauer Theater Islamisten am Werk, die sich auch als solche zu erkennen gegeben haben. Und nicht zu letzt taucht "Tschetschenien" regelmäßig in diversen Djihad-Unterstützungsaufrufen-Videos auf.

ws

Edit. Zum Propagandaministerium: Bei meinen Recherchen auf wiki ist mir aufgefallen, dass gerade beim Thema Tschetschenienkrieg die russischkritischen Ansätze fast völlig fehlen. Spontan habe ich wirklich gedacht, dass irgendeine offizielle Stelle da "geschönt" hat.


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BeitragVerfasst am: Do Mai 08, 2008 6:35 pm


Zitat:
Fakt ist das Tschetschenien sich selber für Unabhängig erklären wollte dies aber von der russischen Regierung nicht einfach akzeptiert wurden ist, da es zuvor viele Jahrzehnte lang zur Sowjetunion gehört hat...hinzu kamen dann radikale moslemische Gruppen die aus der ganzen Region ein Kalifat machen wollten und etliche russische Einheiten in dieser region angegriffen haben.


Ja ne is klar, 1990 wird die Unabhaängigkeit erklärt, was Russland nicht akzeptiert (im Gegensatz zu der Unabhängigkeit von zig anderen Sowjetrepubliken -auch welchen mit ebenso mehrheitlich islamischer Bevölkerung- die genauso lange zur Sowjetunion gehört haben aber halt zufällig keine Ölfelder besitzen). 1994 beginnt dann der erste Tschetschenienkrieg und dauert bis 1996 und dann 1998 ist das erste Mal die Rede von Islamisten, die sich einmischen. Und erst 1999 ist die Rede von islamistischen (wahabbitischen) Truppen die "einmarschieren", 9 (in Worten NEUN) JAHRE NACH der Unabhängigkeitserklärung und 3 Jahre nach Ende des ersten Tschetschenienkriegs. Das alles steht so in dem wiki-Artikel den du hier zitierst. Aber klar, natürlich ging es von Anfang an um Islamismus. Rolling Eyes

Zitat:

Allerdings ist es eben auch ein religiöser Konflikt.

Es war aber nicht von Anfang an ein religiöser Konflikt, sondern die religiöse Karte wurde von beiden Seiten erst im Laufe der Zeit gezogen. Ich wüsste jetzt keinen Grund, warum man ausgerechnet in Tschetschienen heute mehr in Bezug auf Islamismus hören sollte, als meinetwegen in Ksachstan, wenn man es 1990 in die Unabhängikeit entlassen hätte.


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