Mittwoch, 6. Juni 2007
Nigeria verklagt Pharmakonzern: Pfizer nutzte afrikanische Kinder als Versuchskaninchen
Nachdem schon 2006 zumindest einige spärliche Meldungen über den illegalen Missbrauch afrikanischer Kinder als Testpersonen für neue Medikamente bis zu europäischen Nachrichtenagenturen drangen, jedoch im kurzlebigen Mediengeschehen kaum Resonanz fanden, geht der Staat Nigeria nun in die Offensive und findet immer mehr Gehör:
Er verklagt den Pharmakonzern Pfizer auf umgerechnet 5,2 Milliarden Euro Schadensersatz.
Er verklagt den Pharmakonzern Pfizer auf umgerechnet 5,2 Milliarden Euro Schadensersatz.
Vor fast genau einem Jahr berichtete die Washington Post zum ersten Mal über den Skandal. Ein sich im Testlauf befindliches Antibiotikum soll damals mit fehlender oder mangelnder Information der Eltern an ihren jeweiligen Kindern ausprobiert worden sein, wobei 200 Kinder getötet wurden oder schwere Schäden an inneren Organen davontrugen.
Schauplatz war die nigerianische Provinz Kano, wo Pfizer angeblich nur dazu beitragen wollte, eine Meningitis-Epedemie einzudämmen. Dabei war jedoch das entsprechende Medikament Trovan zuvor noch nicht ausreichend getestet worden.
Während Pfizer anfangs noch damit argumentierte, dass das Unternehmen im Auftrag und mit Zustimmung der nigerianischen Regierung gearbeitet haben soll, stellten sich entsprechende Dokumente jedoch schnell als Fälschungen heraus.
Schon 2001 hatten 30 nigerianische Familien vor dem US-Bundesgericht in Manhattan gegen den Konzern geklagt, das Gericht hatte die Klage jedoch wegen „mangelnder Zuständigkeit“ abgewiesen.
Das Antibiotikum Trovan, das zwischenzeitlich auf dem europäischen Markt zugelassen worden war, wurde von der Europäischen Union wieder verboten, nachdem 1999 die US-amerikanische Zulassungsbehörde für Arzneimittel das Medikament als gefährlich einstufte.
Soviel zur Vorgeschichte.
Nun, im Jahre 2007, hat Nigeria nun endlich reagiert. Laut der Website des ZDF-Nachrichtenmagazins „heute“ und des Spiegels soll es schon ab dem 26. Juni erste Anhörungen geben.
Nigeria wirft dem Konzern zum einen vor, nicht die erforderlichen Genehmigungen eingeholt zu haben, zum anderen aber auch die bewusste Inkaufnahme Menschen zu verletzen oder gar zu töten, und Eltern und Patienten nicht oder nur mangelnd informiert zu haben.
Pfizer hingegen bestreitet dies, im Gegenteil, alle Eltern hätten klar dargelegten Bedingungen zustimmen müssen und seien in Englisch bzw. Haussa über die Risiken der Behandlung aufgeklärt worden, außerdem sei das Medikament schon an über 5.000 Patienten getestet worden, bevor man sich dazu entschloss, Nigeria bei der Bekämpfung der Epidemie zu „helfen“. Außerdem gäbe es keine Hinweise darauf, dass das Antibiotikum am Tode von mindestens der Kinder schuld sei.
Solche und ähnliche Meldungen über Arzneimittelhersteller und ihre menschenverachtenden Versuche in afrikanischen Staaten drangen schon öfter über das Mittelmeer oder den Atlantik zu uns. Doch seit Jahren wird geschwiegen, werden Quellen als „unseriös“ abgetan und kritische Stimmen von der Pharma-Lobby mundtot gemacht. Denn die verdient Millionen von Dollar daran.
Dabei wird eines der größten Verbrechen der „Ersten Welt“ seit der Kolonialzeit gedeckt. Die Ausnutzung der „Ressource Mensch“ für die Wehwehchen europäischer und amerikanischer Patienten zieht jede Forderung „Unsererseits“ nach der Achtung der Menschenrechte ins Lächerliche, ja, verleiht ihr einen zutiefst sarkastischen Unterton.
Hoffen wir, dass die von Frau Merkel im Rahmen des bevorstehenden G8-Gipfels geforderte nachhaltige Entwicklungshilfe anders aussehen wird.
Die Kinder Nigerias wird jedoch niemand mehr zurückholen können.
Sie und wohl Tausende andere in Afrika.
Pfizer als weltgrößtes Pharmaunternehmen ( mit ca. 51 Mrd. US-Dollar Jahresumsatz; Stand: 2005) wird wohl eine Legion von Anwälten aufbieten, um eine weitreichende Schädigung des Geschäftsbetriebes und seines Images zu vermeiden.
Hoffen wir, dass die gerechte Sache siegt und nicht die milliardenschwere Pharma-Mafia.
Denn dann ist vielleicht endlich ein Anfang gemacht, der zu einem Domino-Effekt führt und Afrika zumindest von den größten Blutegeln befreit; Geld- und ressourcengierigen Großkonzernen, denen scheiß egal ist, dass für die Beschleunigung ihrer Innovationszyklen Menschen sterben, ja, die dies bewusst in Kauf nehmen. Im Gegensatz zu den meisten natürlichen Blutegeln fallen sie nicht von ihrem Opfer ab, wenn sie genug Blut geleckt haben. Sie saugen ihre Opfer zu Tode.
Schauplatz war die nigerianische Provinz Kano, wo Pfizer angeblich nur dazu beitragen wollte, eine Meningitis-Epedemie einzudämmen. Dabei war jedoch das entsprechende Medikament Trovan zuvor noch nicht ausreichend getestet worden.
Während Pfizer anfangs noch damit argumentierte, dass das Unternehmen im Auftrag und mit Zustimmung der nigerianischen Regierung gearbeitet haben soll, stellten sich entsprechende Dokumente jedoch schnell als Fälschungen heraus.
Schon 2001 hatten 30 nigerianische Familien vor dem US-Bundesgericht in Manhattan gegen den Konzern geklagt, das Gericht hatte die Klage jedoch wegen „mangelnder Zuständigkeit“ abgewiesen.
Das Antibiotikum Trovan, das zwischenzeitlich auf dem europäischen Markt zugelassen worden war, wurde von der Europäischen Union wieder verboten, nachdem 1999 die US-amerikanische Zulassungsbehörde für Arzneimittel das Medikament als gefährlich einstufte.
Soviel zur Vorgeschichte.
Nun, im Jahre 2007, hat Nigeria nun endlich reagiert. Laut der Website des ZDF-Nachrichtenmagazins „heute“ und des Spiegels soll es schon ab dem 26. Juni erste Anhörungen geben.
Nigeria wirft dem Konzern zum einen vor, nicht die erforderlichen Genehmigungen eingeholt zu haben, zum anderen aber auch die bewusste Inkaufnahme Menschen zu verletzen oder gar zu töten, und Eltern und Patienten nicht oder nur mangelnd informiert zu haben.
Pfizer hingegen bestreitet dies, im Gegenteil, alle Eltern hätten klar dargelegten Bedingungen zustimmen müssen und seien in Englisch bzw. Haussa über die Risiken der Behandlung aufgeklärt worden, außerdem sei das Medikament schon an über 5.000 Patienten getestet worden, bevor man sich dazu entschloss, Nigeria bei der Bekämpfung der Epidemie zu „helfen“. Außerdem gäbe es keine Hinweise darauf, dass das Antibiotikum am Tode von mindestens der Kinder schuld sei.
Solche und ähnliche Meldungen über Arzneimittelhersteller und ihre menschenverachtenden Versuche in afrikanischen Staaten drangen schon öfter über das Mittelmeer oder den Atlantik zu uns. Doch seit Jahren wird geschwiegen, werden Quellen als „unseriös“ abgetan und kritische Stimmen von der Pharma-Lobby mundtot gemacht. Denn die verdient Millionen von Dollar daran.
Dabei wird eines der größten Verbrechen der „Ersten Welt“ seit der Kolonialzeit gedeckt. Die Ausnutzung der „Ressource Mensch“ für die Wehwehchen europäischer und amerikanischer Patienten zieht jede Forderung „Unsererseits“ nach der Achtung der Menschenrechte ins Lächerliche, ja, verleiht ihr einen zutiefst sarkastischen Unterton.
Hoffen wir, dass die von Frau Merkel im Rahmen des bevorstehenden G8-Gipfels geforderte nachhaltige Entwicklungshilfe anders aussehen wird.
Die Kinder Nigerias wird jedoch niemand mehr zurückholen können.
Sie und wohl Tausende andere in Afrika.
Pfizer als weltgrößtes Pharmaunternehmen ( mit ca. 51 Mrd. US-Dollar Jahresumsatz; Stand: 2005) wird wohl eine Legion von Anwälten aufbieten, um eine weitreichende Schädigung des Geschäftsbetriebes und seines Images zu vermeiden.
Hoffen wir, dass die gerechte Sache siegt und nicht die milliardenschwere Pharma-Mafia.
Denn dann ist vielleicht endlich ein Anfang gemacht, der zu einem Domino-Effekt führt und Afrika zumindest von den größten Blutegeln befreit; Geld- und ressourcengierigen Großkonzernen, denen scheiß egal ist, dass für die Beschleunigung ihrer Innovationszyklen Menschen sterben, ja, die dies bewusst in Kauf nehmen. Im Gegensatz zu den meisten natürlichen Blutegeln fallen sie nicht von ihrem Opfer ab, wenn sie genug Blut geleckt haben. Sie saugen ihre Opfer zu Tode.



fpanyre - #1 - 12.06.2007 09:23 - (Antwort)
Nigeria ist ein islamistischer Schurkenstaat. Pfizer ist eine angesehene Firma, die unseren Grosseltern Viagra bringt.
Nigerianer sind gestorben fuer die Gesundheit unserer Kinder.
Das tut uns leid und dafuer danken wir.
Mehr nicht, denn Pfizer bietet Arbeitsplaetze.
Und Mafia? Welche Mafia?
Isak - #1.1 - 12.06.2007 16:25 - (Antwort)
Mafia???
Was heißt welche Mafia?!
Gott hat uns das Leben geschenkt und nur Gott darf es uns nehmen!
Pfizer testet Medikamente an unschuldigen Kinder, Kinder die nicht über Ihr Leben entscheiden können, Kinder die unsere Zukunft sind!
Arbeitsplätze, es dreht sich wieder einmal alles um Geld, Geld ist wichtiger als das Leben!
Solche Menschen wie du sind die Mafia !!!
Laokoon - #1.1.1 - 12.06.2007 18:09 - (Antwort)
Um ein Ausufern zu vermeiden, möchte ich weitere Kommentatoren bitten, diplomatischere Worte zu finden.
Prinzipiell gebe ich Dir jedoch Recht, sofern der erste Kommentar nicht ironisch/zynisch gemeint war. Wäre das Motiv des Pfizer-Konzerns, möglichst viele Menscheleben zu retten, und dafür dieses "paar" Leben in Kauf zu nehmen (was in sich aber schon widersprüchlich wäre - Menschen aus Menschenliebe zu opfern), so wäre dasimmernoch schlimm. Da Pfizer dies aber wohl nur aus Profitgier tat(tut?), ist es umso bösartiger. Die Entwicklung und Testung von Medikamenten ist nämlich sehr langwierig und teuer, und es gibt Inzizien, dass nicht nur Pfizer zur Beschleunigung dieser Prozesse illegale Tests in den schwarzafrikanischen Staaten durchführt, ohne Rücksicht und nötige Information der Betroffenen. Das ist mit der Umschreibung "Mafia" gemeint.
fpanyre - #2 - 13.06.2007 12:08 - (Antwort)
Profitgier stellt sich jeder anders vor, viele haben den dicken alten mann im kopf, der nicht geliebt wird und deswegen gefuerchtet sein will.
das unternehmen PFIZER handelt aber nicht weniger legal als bayer oder basf, rhone pulenc oder boehringer oder sonstige konzerne.
alle sind an wachstum/gewinnmaximierung interessiert und die juristen haben lukrative chancen bei den schwaechsten und ungebildeten evaluiert. bei afrikanischen kindern.
den firmenkonstrukten selbst kann keine schuld zugewiesen werden, nur den entscheidern und den shareholdern.
und das sind wir. Amen